13.06.2004

VERKLEIDUNG

Immer mehr getarnte Handymasten

Die Vermietung von Standorten für Mobilfunkmasten bringt privaten Hauseigentümern, Kommunen und Kirchen gutes Geld - aber oft auch Ärger mit Bürgern und Nachbarn.

Mobiltelefonie ist zwar weiter auf dem Vormarsch - die Handymasten will jedoch niemand gerne sehen.

Getarnt als Kamin, Nistkasten, Baum, Klimaanlage oder Kirchen-Kreuz: Die unbeliebten Sendeanlagen verschwinden vielerorts unter Kunststoffhüllen, werden bemalt oder hinter Wänden platziert.

Glaubensdebatte um Masten im Kreuz

Vor allem in Kreuzen versteckte Masten sorgen immer wieder für Wirbel. Hagelt es schon bei weltlichen Senderstandorten heftige Bürgerproteste, sehen sich die Kirchen auch noch einer Glaubensdebatte gegenübergestellt.

Eine Sendeanlage ausgerechnet in ein Kreuz zu stecken, werde vielfach "allgemein aus theologischen Gründen als Irrweg angesehen", sagt der Umweltbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hans Diefenbacher.

Deutsche Mobilfunkbetreiber weisen zurück, dass die Masten gezielt versteckt würden. Es gehe um ästhetische oder denkmalschützerische Gründe.

"Wir verstecken nichts", sagt der Sprecher von T-Mobile in Bayern, Markus Jodl. Der Anteil der verkleideten Antennen liege bei fünf Prozent. Mit dem Bereitstellen diverser Verkleidungen reagiere man nur auf die Wünsche der Standortvermieter.

Geschäft boomt

Dennoch boomt das Geschäft mit der Verkleidung. "In Städten wird bei uns ohne Verkleidung gar nichts mehr gebaut", sagt Stefan Scharf von der Kärntner Firma Industrieanlagenbau.

Die Masten der Firma senden aus bis zu 30 Meter hohen künstlichen Bäumen, die sich täuschend echt in Wälder und Parks einpassen. Rund ein Dutzend der etwa 50.000 Euro teuren Bäume seien schon verkauft worden. "Es schaut original aus wie ein Baum."

In Städten bietet die Firma weitere Lösungen. "Wir tarnen Masten beispielsweise als Fahnenmasten - das ist bei Gemeinden sehr beliebt, zum Beispiel für Marktplätze.