08.06.2004

VERWUNDERUNG

TopCall hat Zweifel an Übernahme

Eine Woche nach der Ankündigung des Wiener Softwareherstellers Brain Force, den börsennotierten Wiener Telekom-Ausrüster TopCall ganz übernehmen zu wollen, hat der TopCall-Vorstand nun unter Berufung auf Aktionäre öffentlich Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Angebotsabsicht von Brain Force geäußert.

Bis heute habe Brain Force dem TopCall-Vorstand kein Übernahmeangebot angezeigt, wie am Dienstag festgehalten wurde.

Hintergrund dafür könnte möglicherweise das Ergebnis der jüngsten Kapitalerhöhung bei Brain Force sein, vermutet das TopCall-Management. Nicht einmal die Hälfte des ursprünglich geplanten Emissionsvolumens sei auf dem Markt platziert worden.

Verwunderung über Vorgangsweise

Der Vorstand von TopCall zeigte sich über die Übernahmeankündigung von Brain Force und die dabei eingeschlagene Vorgangsweise "verwundert". Zumal das in Aussicht gestellte Angebot von 3,50 Euro je Aktie bei Veröffentlichung der Übernahmeabsicht unter dem Tagesbörsenkurs der TopCall-Aktie lag [auch im Frühhandel vom Dienstag notierte der Titel mit 3,57 Euro darüber].

Zum jetzigen Zeitpunkt könne daher weder von einem Squeeze-out [Herausdrängen] der Streubesitzaktionäre noch von einem Delisting von der Wiener Börse ausgegangen werden, betonte der TopCall-Vorstand.

Im Rahmen des gesetzlich geregelten Übernahmeverfahrens stehe es den Aktionären von TopCall frei, ein Angebot von Brain Force abzulehnen.

Aufgeschlossen ist der TopCall-Vorstand eigenen Angaben zufolge gegenüber potenziellen Partnerschaften. Brain Force sei jedoch noch nicht mit einem Kooperationsvorschlag an das Management herangetreten.