28.05.2004

FRANKREICH

Handy hilft beim Nikotinentzug

Psychologisch geschliffene SMS-Botschaften sollen Rauchern in Frankreich helfen, von ihrer Nikotinsucht loszukommen.

In einem Modellversuch werden Raucher im Departement Saone-et-Loire jeden Tag in zahlreichen SMS Warnungen, gute Ratschläge und Durchhalteparolen auf ihrem Handy zu lesen bekommen, teilten die französische Krankenkasse CPAM und das Mobilfunkunternehmen Orange France am Freitag mit.

Die Botschaften seien von Suchtexperten formuliert und auf Alter, Geschlecht und Suchtgrad der Empfänger abgestimmt. Die Kurzmitteilungen lauten etwa: "Stopp, keine Zigarette mehr anfassen!", oder: "Zehn Jahre nach Ihrer letzten Zigarette ist Ihr Lungenkrebs-Risiko zwei Mal niedriger als bei einem Raucher."

Visuelle Methode zur Raucherentwöhnung

An der britischen Universität Sheffield untersucht man eine visuelle Methode zur Raucherentwöhnung: Ein Programm soll mit flackernden Punkten auf dem Bildschirm eines Handys oder PDA [Personal Digital Assistant] dafür sorgen, dass der Gedanke an den nächsten Nikotinschub verdrängt wird.

Die Punkte erzeugen dabei ein visuelles Rauschen, das sich mit den angenehmen Bildern, die mit dem gewünschten Objekt verknüpft sind, überlappt. Derart würden die Bilder nicht gestoppt, doch sie würden weniger lebendig, so John May von der Uni Sheffield.

Es scheint, als ob dadurch die Verbindung zwischen der Vorstellung, der Emotion und der Belohnung gebrochen werde, so May weiter. Es müsse jedoch noch bewiesen werden, dass das Programm nicht nur zu weniger Verlangen nach Zigaretten führt, sondern auch tatsächlich zu weniger Konsum.