05.05.2004

3G IN JAPAN

Preisschlacht um mobilen Datenmarkt

In Japan zeichnet sich eine Marketing- und Preisschlacht rund um mobile Flat Rates ab.

In Japan ist es dank des Mobilfunkers KDDI möglich, durch eine monatliche Pauschale den kompletten Handy-Datentransfer abzudecken. Als Verbindungstechnologien wird dabei durchwegs auf schnelle 3G-Transfers zurückgegriffen.

Auf Grund des gewaltigen Erfolgs der Handy-Daten-Flat-Rate hat sich der Marktführer NTT DoCoMo entschlossen, ein eigenes Flat-Rate-Produkt auf den Markt zu bringen. "Pake Hodai" soll gegen das "EZ Flat"-Service antreten.

Teurer als Konkurrenz

NTT DoCoMo gehen durch das Angebot des Rivalen KDDI die Topkunden verloren - diejenigen mit dem höchsten Umsatz. Bereits zwei Monate nach der Einführung der KDDI-Flat-Rate konnte der Chef des Unternehmens, Tadashi Onodera, verkünden: "Es wechseln ständig User mit hohem Datenbedarf zu uns. Wahrscheinlich kommen die meisten von NTT DoCoMo." Beobachtern zufolge konnte der KDDI-Chef ein Grinsen nur schwer unterdrücken.

NTT DoCoMo will sein Flat-Rate-Service nur denjenigen Kunden anbieten, die in ein Vieltelefonierer-Tarifmodell fallen. Ein 3G-User, der 50 Euro monatlich Grundgebühr zahlt, darf um 30 Euro zusätzlich die Daten-Flat-Rate nutzen. Bei KDDI jedoch können auch Kunden mit der niedrigsten Grundgebühr von 30 Euro die Flat Rate von ebenfalls 30 Euro in Anspruch nehmen.

"Weil das Pake-Hodai-Service unser erstes Flat-Rate-Modell darstellt, wollen wir die Nutzung vorerst limitieren", begründet NTT-DoCoMo-Chef Tachikawa diesen Schritt.

KDDI hingegen hat bereits ein System implementiert, das nicht nur zwischen den beiden Kundenschichten unterscheidet, sondern sogar jedem einzelnen User Prioritäten zuweisen kann. Diejenigen, die sich frisch in eine Zelle einbuchen, werden somit bevorzugt behandelt.