Preisschlacht um mobilen Datenmarkt
In Japan zeichnet sich eine Marketing- und Preisschlacht rund um mobile Flat Rates ab.
In Japan ist es dank des Mobilfunkers KDDI möglich, durch eine monatliche Pauschale den kompletten Handy-Datentransfer abzudecken. Als Verbindungstechnologien wird dabei durchwegs auf schnelle 3G-Transfers zurückgegriffen.
Auf Grund des gewaltigen Erfolgs der Handy-Daten-Flat-Rate hat sich der Marktführer NTT DoCoMo entschlossen, ein eigenes Flat-Rate-Produkt auf den Markt zu bringen. "Pake Hodai" soll gegen das "EZ Flat"-Service antreten.
Strategieschwenk extraordinaire
Die Ankündigung hat Industriebeobachter überrascht, da sie eine
Strategieänderung um 180 Grad bedeutet. Gleichzeitig wurde der
Dienst zwei Monate vor dem tatsächlichen Start angekündigt, eine
Besonderheit bei NTT DoCoMo. "Wir können nicht tatenlos zusehen, wie
KDDI abhebt", so die Begründung des Präsidenten Keiji Tachikawa.
Noch im Dezember 2003 hatte er erklärt, auf Flat Rates verzichten zu
wollen.
NTT-DoCoMo-Ergebnis im PlanTeurer als Konkurrenz
NTT DoCoMo gehen durch das Angebot des Rivalen KDDI die Topkunden verloren - diejenigen mit dem höchsten Umsatz. Bereits zwei Monate nach der Einführung der KDDI-Flat-Rate konnte der Chef des Unternehmens, Tadashi Onodera, verkünden: "Es wechseln ständig User mit hohem Datenbedarf zu uns. Wahrscheinlich kommen die meisten von NTT DoCoMo." Beobachtern zufolge konnte der KDDI-Chef ein Grinsen nur schwer unterdrücken.
NTT DoCoMo will sein Flat-Rate-Service nur denjenigen Kunden anbieten, die in ein Vieltelefonierer-Tarifmodell fallen. Ein 3G-User, der 50 Euro monatlich Grundgebühr zahlt, darf um 30 Euro zusätzlich die Daten-Flat-Rate nutzen. Bei KDDI jedoch können auch Kunden mit der niedrigsten Grundgebühr von 30 Euro die Flat Rate von ebenfalls 30 Euro in Anspruch nehmen.
"Weil das Pake-Hodai-Service unser erstes Flat-Rate-Modell darstellt, wollen wir die Nutzung vorerst limitieren", begründet NTT-DoCoMo-Chef Tachikawa diesen Schritt.
Netzwerküberlastung befürchtet
Größtes Problem bleibt die Erhaltung der Netzwerkleistung.
Industriebeobachter befürchten, dass die Qualität des Netzes
abnimmt, wenn Flat-Rate-Benutzer ständig Datenverkehr verursachen.
NTT DoCoMo will seine 3G-Handys mit spezieller Software nachrüsten,
die dem Handynetz mitteilt, ob sich ein Flat-Rate- oder
herkömmlicher User einbucht. Herkömmliche Benutzer werden dabei im
Netz bevorzugt.
Wireless LAN keine Bedrohung für UMTSKDDI hingegen hat bereits ein System implementiert, das nicht nur zwischen den beiden Kundenschichten unterscheidet, sondern sogar jedem einzelnen User Prioritäten zuweisen kann. Diejenigen, die sich frisch in eine Zelle einbuchen, werden somit bevorzugt behandelt.
