01.05.2004

EU + 10

Tschechien als IT-Vorreiter

Heute treten zehn neue Länder der EU bei. Was das für den IT-Markt bedeutet, lässt sich nicht nur durch Studien festnageln:

"Operativ wurde die Osterweiterung bereits vollzogen, der Beitritt mit dem 1. Mai hat da vor allem symbolhaften Charakter", fasst es Karl Tantscher, CEO des Systemintegrators S&T, im Gespräch mit futurezone.ORF.at zusammen.

S&T ist operativ in den meisten der östlichen Länder tätig und errichtet dort Netzwerke, Speichersysteme und andere IT-Lösungen für Großunternehmen. Das österreichische Unternehmen ist in Frankfurt börsennotiert.

"Generell ist die IT-Wirtschaft im Osten sehr positiv gegenüber dem EU-Beitritt eingestellt. Sie erwarten mehr Direktinvestitionen aus dem Ausland", so Tantscher weiter.

Aufholbedarf in Bulgarien und Rumänien

Spitzenreiter in Bezug auf das Bruttonationalprodukt [BNP] ist dabei Tschechien, das mit einem IT-Anteil von 3,5 Prozent nur knapp unter dem EU-Durchschnitt von 3,7 Prozent liegt. Damit führt das Beitrittsland vor Österreich, wo 2,8 Prozent des BNP durch den IT-Markt generiert werden.

Den höchsten Aufholbedarf haben Bulgarien und Rumänien, wo die Prozentsätze bei 1,8 bzw. 1,4 liegen. Polen hält bei 2,1, Lettland und Ungarn bei 2,6 respektive 2,7 Prozent.

S&T-Chef Tantscher lobt die IT-Anstrengungen der einzelnen Länder. "In Slowenien liegt die Internet-Penetration der Privathaushalte beinahe auf dem Niveau von Österreich." In Estland hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, jedem Bürger einen Internet-Anschluss zumindest in Reichweite einer Fahrradfahrt zu bieten.

Generell seien derzeit vor allem Lösungen aus dem Speicher-, Netzwerk- und Security-Bereich gefragt.

Wo es noch mangelt, sind etwa grenzüberschreitende Backbone-Verbindungen. Internationale Telekoms arbeiten jedoch bereits mit Hochdruck daran, die östlichen Länder an die Hauptverkehrsknoten des Internets anzubinden.