28.04.2004

RETOUR

Comcast zieht Angebot an Disney zurück

Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast hat seine Pläne aufgegeben, den Unterhaltungskonzern Disney zu übernehmen.

"Es ist deutlich geworden, dass es auf Seiten des Managements und Direktoriums von Disney kein Interesse gibt, Comcast und Disney zusammenzuführen", erklärte Comcast-Chef Brian Roberts am Mittwoch.

Comcast-Aktien stiegen nach der Ankündigung im vorbörslichen Handel um fast sechs Prozent auf 31,75 USD. Das Angebot hatte ein Volumen von rund 48,4 Mrd. USD.

Angebot zehn Prozent zu niedrig

"Wir waren immer diszipliniert in unserer Übernahmepolitik", erklärte Roberts. "Das bedeutet zu wissen, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen." Bei einer Fusion des größten Kabelbetreibers der USA, der 21 Millionen Kunden zählt, mit dem Micky-Maus-Imperium wäre ein Medien- und Unterhaltungsriese mit einem Jahresumsatz von 45 Milliarden USD entstanden, größer als der Branchenführer Time Warner.

Der Disney-Verwaltungsrat hatte das 66-Milliarden-Angebot aber als um etwa zehn Prozent zu niedrig angesetzt zurückgewiesen. Eine Aufstockung war Comcast offenbar zu teuer. Auch den Anlegern hatte das Übernahmeangebot nicht gefallen: Die Comcast-Aktie verlor seitdem deutlich an Wert.

Der Kabelbetreiber legte am Mittwoch auch Geschäftszahlen vor. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres schrieb Comcast demnach wieder schwarze Zahlen; der Gewinn stieg auf 65 Millionen USD nach einem Verlust von 297 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um knapp zehn Prozent auf 4,9 Milliarden USD im ersten Quartal.