04.03.2004

MISSTRAUEN

Disney-Chef Eisner verliert Einfluss

Nach massiver Kritik der Aktionäre des Disney-Konzerns an Unternehmenschef Michael Eisner hat das Direktorium die Trennung der Ämter von Konzernchef [CEO] und Vorsitzendem [Chairman] beschlossen.

Eisner, der bisher in Personalunion beide Posten bekleidete, solle CEO bleiben, teilte das Direktorium mit. Die Aufgaben des Chairmans werden vom ehemaligen US-Senator George Mitchell übernommen.

Bei der gestrigen Hauptversammlung der Aktionäre haten 43 Prozent gegen Eisner gestimmt. Das feindliche Übernahmeangebot des Kabel-TV-Betreibers Comcast hatte die Misstimmung der Aktionäre mit angeheizt. Das Direktorium erklärte, man werde "jeden vernünftigen Vorschlag für eine Fusion sorgfältig prüfen und analysieren".

Microsoft hat kein Interesse

Ein Übernahmeangebot von Comcast werde den Disney-Aktionären aber keinen Nutzen bringen. Das feindliche Übernahmeoffert des Comcast-Konzerns beläuft sich auf 49 Mrd. USD [40,4 Mrd. Euro] exklusive Schulden.

Microsoft-Chef Bill Gates winkte ab, befragt nach einem eventuellen Beteiligungsinteresse des Software-Konzerns.

Bei Microsoft konzentriere man sich zur Zeit voll auf das nächste Betriebssystem "Longhorn". Mit dem Übernahmeangebot habe Microsoft nichts zu tun. "Wir sind nicht Teil eines Gebotes oder von irgendwas", erklärte Gates im Fernsehen.