Bertelsmann wegen Napster vor Gericht
Das frühere finanzielle Napster-Engagement hängt immer noch wie ein Damoklesschwert über dem deutschen Bertelsmann-Konzern.
Die Musik-Konkurrenten EMI und Universal werfen dem Medienkonzern die Förderung von Urheberrechtsverletzungen vor und fordern Schadenersatz in Höhe von 17 Mrd. USD.
Am Dienstag fand dazu in San Francisco erneut eine gerichtliche Anhörung statt.
Napster hatte zu seinen Glanzzeiten im Jahr 2000 rund 60 Millionen Nutzer. Der Tauschbörsen-Pionier ging nach einem Gerichtsurteil im Juli 2001 offline.
Klage gegen Bertelsmann vorerst gestoppt"Künstlich am Leben erhalten"
Bertelsmann hatte Napster in den Jahren 2000 und 2001 Kredite über mehr als 80 Millionen USD zukommen lassen.
Mit dem zweckgebundenen Darlehen wollte man Napster später in einen voll lizenzierten Dienst umwandeln, so Bertelsmann. "Wir sind überzeugt, dass die Klage jeder Grundlage entbehrt", sagte ein Konzernsprecher.
Die Konkurrenz wirft Bertelsmann vor, die Tauschbörse mit den Finanzspritzen künstlich am Leben gehalten und so Milliardenverluste verursacht zu haben.
