27.04.2004

KREISLAUF

Weiter Streit über Rufnummernmitnahme

Der Streit über die Einführung der mobilen Rufnummernportabilität, die eine Mitnahme der Handynummer bei einem Betreiberwechsel ermöglicht, hält weiter an.

Nunmehr sieht die mobilkom austria den Daten- und Kundenschutz in Gefahr. Die Rufnummernmitnahme müsse "kundenfreundlich und datensicher" gestaltet werden, so der Regulierungsexperte der mobilkom, Alexander Zuser.

Handykunden sollen den aktuellen Plänen nach vom neuen Betreiber über ihren Vertrag beim alten Betreiber informiert werden, eine Rufnummernmitnahme soll über diese One-Stop-Shopping-Lösung binnen 45 Minuten möglich sein.

Die mobilkom sieht darin aber die Gefahr eines Datenmissbrauchs, zumal nicht nachprüfbar sei, wer die Datenabfrage über den Altvertrag wirklich anfordere. Vielmehr sollen die Infos per Post nach Hause geschickt werden, so der Wunsch der mobilkom.

Umsetzung erst 2005 möglich

Während die Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde nach wie vor von einer Einführung der Rufnummernmitnahme noch im Herbst 2004 ausgeht, halten einige Betreiber die Umsetzung erst 2005 für möglich. Für säumige Umsetzer überlege die Telekom Control Kommission [TKK] derzeit die Möglichkeit von Strafzahlungen, bestätigte Serentschy am Dienstag.

Mitte Mai werde die TKK einen Bescheidentwurf mit Umsetzungsdetails veröffentlichen, so Serentschy weiter. Dieser muss dann laut Vorgaben einen Monat lang öffentlich konsultiert werden, auf diese Konsultationsfrist folgen dann zwei Wochen Einarbeitungszeit für allfällige Änderungen.

Erst dann können die Betreiber mit der Umsetzung tatsächlich beginnen. Die mobilkom rechne beispielsweise mit einer Umsetzungszeit "von sieben bis acht Monaten", so Zuser.