Weiter Streit über Rufnummernmitnahme
Der Streit über die Einführung der mobilen Rufnummernportabilität, die eine Mitnahme der Handynummer bei einem Betreiberwechsel ermöglicht, hält weiter an.
Nunmehr sieht die mobilkom austria den Daten- und Kundenschutz in Gefahr. Die Rufnummernmitnahme müsse "kundenfreundlich und datensicher" gestaltet werden, so der Regulierungsexperte der mobilkom, Alexander Zuser.
Handykunden sollen den aktuellen Plänen nach vom neuen Betreiber über ihren Vertrag beim alten Betreiber informiert werden, eine Rufnummernmitnahme soll über diese One-Stop-Shopping-Lösung binnen 45 Minuten möglich sein.
Die mobilkom sieht darin aber die Gefahr eines Datenmissbrauchs, zumal nicht nachprüfbar sei, wer die Datenabfrage über den Altvertrag wirklich anfordere. Vielmehr sollen die Infos per Post nach Hause geschickt werden, so der Wunsch der mobilkom.
Diese Vertragsinfo-Abfrage werde nur mit entsprechender Legitimation - etwa dem Geburtsdatum - möglich sein, kommentiert Telekom-Regulator Georg Serentschy die Befürchtungen der mobilkom. Am One-Stop-Shopping werde jedenfalls nichts mehr geändert werden, so Serentschy.
Nummernmitnahme doch erst 2005Umsetzung erst 2005 möglich
Während die Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde nach wie vor von einer Einführung der Rufnummernmitnahme noch im Herbst 2004 ausgeht, halten einige Betreiber die Umsetzung erst 2005 für möglich. Für säumige Umsetzer überlege die Telekom Control Kommission [TKK] derzeit die Möglichkeit von Strafzahlungen, bestätigte Serentschy am Dienstag.
Mitte Mai werde die TKK einen Bescheidentwurf mit Umsetzungsdetails veröffentlichen, so Serentschy weiter. Dieser muss dann laut Vorgaben einen Monat lang öffentlich konsultiert werden, auf diese Konsultationsfrist folgen dann zwei Wochen Einarbeitungszeit für allfällige Änderungen.
Erst dann können die Betreiber mit der Umsetzung tatsächlich beginnen. Die mobilkom rechne beispielsweise mit einer Umsetzungszeit "von sieben bis acht Monaten", so Zuser.
Ursprünglich war die Einführung der mobilen Rufnummernportabilität, die von der EU eigentlich für Mitte 2003 vorgeschrieben war, in Österreich bereits für Mai 2004 geplant gewesen.
Telekom-Regulator droht mit Pönalen
