Robotermission soll Hubble retten
Eine Roboter-Rettungsaktion könnte das befürchtete frühzeitige Ende des Weltraumteleskops Hubble vielleicht doch noch abwenden.
Laut Ed Weiler, Leiter der NASA-Weltraumforschung, sei es denkbar, die Reparaturen und das nötige Upgrade in einer unbemannten Mission durchzuführen.
Die NASA hat Anfang des Jahres einen Reparaturflug, der für Mitte 2005 geplant war, wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.
Ohne diesen würde das Teleskop vermutlich deutlich früher als 2010 ausfallen.
Shuttle-Reparaturflug gestrichen
Nach dem "Columbia"-Unglück, die Fähre brach im Februar 2003 bei
der Landung auseinander, wäre die Reparaturmission nur mit erhöhten
Sicherheitsauflagen möglich gewesen. Dies sei aufgrund fehlender
Kapazitäten nicht möglich, so NASA-Chef Sean O'Keefe im Jänner.
"Hubble"-Teleskop wird aufgegebenOnline-Petition gestartet
Forscher weltweit reagierten entsetzt auf die Ankündigung des
vorzeitigen Endes des bedeutenden astronomischen Großinstruments und
riefen die NASA dazu auf, nach Wegen zu suchen, die notwendigen
Reparaturen doch noch durchzuführen. Auch eine Online-Petition wurde
gestartet.
SaveTheHubble.comBatterien und Gyroskop
Nun liegen laut Weiler erste Studienergebnisse mit vielversprechenden Ideen zur Rettung von Hubble vor. Am wichtigsten sei dabei der Austausch der Batterien und defekter Kreisel, mit denen das Teleskop ausgerichtet wird.
Dies könnte mit Hilfe eines eigens konstruierten kleinen Raumschiffs, das an dem Teleskop andocken und es so auch ohne Tausch der Batterien mit Energie versorgen soll, passieren.
Auch die Ausrichtung könnte das unbemannte Raumschiff übernehmen, nur das Anbringen neuer optischer Instrumente steht ohne menschliche Zutun außer Diskussion.
Zwar könnte dies mit Hilfe von Robotern in Angriff genommen werde, doch die Gefahr, dass es dabei zu Problemen kommt, und daraufhin das gesamte System zusammenbricht, sei einfach zu groß, so Weiler.
Seit 1990 im Dienst
Das zwölf Tonnen schwere Hubble-Teleskop wurde 1990 gemeinsam von
NASA und ESA in der Erdumlaufbahn stationiert. Es blickt seitdem bis
an den Rand des Universums und sendet Bilder davon.
NASA-Site zum Hubble-TeleskopAuch Hubbles Nachfolge, das James-Webb-Teleskop, wird längst geplant.
NASA-Site zum James-Webb-TeleskopRuhezustand als letzte Lösung
"Wir sind sehr optimistisch," so Weiler. "Genaueres zu den Plänen wird die NASA im Juni bekannt geben."
In den kommenden Monaten will die NASA die Industrie dazu aufrufen, spezifische Vorschläge für die Hubble-Wartung zu bringen. Der Reparaturflug muss spätestens 2007/2008 durchgeführt werden.
Andere Ingenieure entwickeln derzeit Pläne, wie das Teleskop auch mit fehlerhaftem Gyroskop weiterarbeiten könnte, doch notfalls müsste es außer Betrieb gesetzt werden und so im Ruhezustand auf seine Reparatur warten.
Selbst wenn alle Pläne scheitern und Hubble nicht gerettet werden könnte, müsste ein Raumschiff zum Teleskop fliegen, um dieses wieder in eine kontrollierte Bahn der Erdatmosphäre zu lenken.
