"Hubble"-Teleskop wird aufgegeben
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat einen Reparaturflug zum "Hubble"-Teleskop gestrichen und damit ein frühzeitiges Ende eines der bedeutendsten astronomischen Großinstrumente eingeleitet.
NASA-Chef Sean O'Keefe sagte dem "Hubble"-Personal am Freitag im Marshall-Zentrum für Raumflüge in Maryland, die Entscheidung sei wegen Bedenken über die Sicherheit der Raumfähren getroffen worden.
Die verbliebenen Shuttle würden für den Bau der Raumstation benötigt, teilte die Nasa mit. Die Ankündigung kam am Jahrestag des Starts der Fähre "Columbia", die im Februar bei der Landung auseinander brach. Alle Besatzungsmitglieder starben.
Bilder des Weltraumteleskops Hubble im NetzFehlende Kapazitäten
Ein NASA-Sprecher sagte, der für Mitte 2005 geplante Reparatur-Flug zum "Hubble" wäre wegen der neuen Sicherheitsvorschriften nur denkbar, wenn eine zweite Fähre für einen Rettungseinsatz startbereit gehalten würde.
"Zwei Shuttle auf diese Weise zu binden, das lässt sich nicht mit dem Bauplan für die internationale Raumstation vereinbaren", sagte er. Auf dem Flug hätten defekte Kreisel ausgetauscht werden sollen, mit denen das Teleskop ausgerichtet wird. Auch sollten die Astronauten Batterien austauschen und neue Instrumente anbringen.
Forscher reagierten entsetzt auf die Ankündigung. "Das frühe Ende und der Verzicht auf den Einsatz von Instrumenten der neusten Generation, mit denen seine Möglichkeiten noch voller hätten ausgenutzt werden können, das ist eine Tragödie", sagte der Astronom Donald Hall von der Universität von Hawaii über das Teleskop. "Der Verlust ist unermesslich."
