Prüfung des Oracle-Angebots ausgesetzt
Die EU-Kommission hat ihre Prüfung des feindlichen Übernahmeangebots des US-Softwarekonzerns Oracle für den Konkurrenten PeopleSoft erneut ausgesetzt.
"Uns fehlen wichtige Informationen", sagte Kommissionssprecher Tilman Lüder am Donnerstag in Brüssel. Es gehe um die Marktposition Oracles im Bereich der Software für Personal- und Finanzmanagement.
Die Entscheidung zur Aussetzung sei am Vortag gefallen. Es gebe keinen neuen Termin für eine Entscheidung in dem Fall. Bislang war der 11. Mai anvisiert worden.
Die Europäischen Kartellwächter hatten im Februar nach Erhalt neuer Informationen ihre Prüfung der feindlichen Übernahmeofferte im Wert von 9,4 Milliarden USD wieder aufgenommen. PeopleSoft hat die mehrfach aufgestockten Angebote bislang als zu niedrig bewertet.
Mehr Gegenwind für PeopleSoft-FusionUS-Kartellwächter dagegen
Die benötigten Informationen seien am 6. April angefordert worden, doch seien sie bis zum Fristende am 12. April nicht eingegangen, sagte Lüder. Die Prüfung der EU-Kommission sei getrennt von der Klage des US-Justizministeriums gegen die Übernahmepläne zu sehen, fügte er hinzu.
Das US-Justizministerium befürchtet eine wettbewerbsschädliche Konzentration auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software. Nach einer Übernahme von PeopleSoft bleibt Oracle nach Darstellung des Ministeriums lediglich SAP als ernsthafter Konkurrent.
Oracle hält dem entgegen, dass es weiterhin viele kleinere und wichtige Firmen der Branche geben werde.
