15.04.2004

KOLPORTIERT

Real will Kooperation mit Apple erzwingen

RealNetworks strebt eine digitale Musikallianz mit Apple an, wie die "New York Times" ["NYT"] berichtet. Demnach hat Real-CEO Rob Glaser Apple-Chef Steve Jobs in einer E-Mail eine takische Zusammenarbeit angeboten, die sich vor allem gegen Microsoft [MS] richten soll.

Konkret geht es Glaser um die Lizenzierung der Apple-Software "Fairplay" für RealNetworks, welche es dem Unternehmen ermöglichen würde, sein digitales Musikservice Rhapsody für iPods kompatibel zu gestalten. Im Gegenzug wolle Real den iPod zur primären Hardware für seine Musiksoftware und Services machen.

Dieser Schritt wäre laut Glaser nahe liegend, weil Real wie Apple den Standard AAC verwendet. Durch eine Kooperation erhofft sich Real eine Dominanz des Microsoft-Standards WMA verhindern zu können.

Auch MS-Zusammenarbeit interessant

Glaser betont in der E-Mail laut "NYT", dass ihn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in eine Partnerschaft mit MS zwingen, wenn Apple nicht kooperationsbereit ist. Obwohl das instinktiv nicht seinem Willen entspricht, sehe er aber auch "sehr interessante Möglichkeiten" bei einem Wechsel zum WMA-Standard.

Weil eine Kooperation von Real und Apple voraussetzen würde, dass Apple seine Software für andere Firmen öffnet, erwarten Branchenbeobachter, dass Jobs das Angebot ablehnen wird. Demnach sei Apple auch nicht daran interessiert, dass seine Software auf Geräten anderer Hersteller funktioniert.

Wiederholung von Fehlern

Dieses Konzept habe sich laut Branchenanalysten aber bereits bei den Betriebssystemen Ende der 80er Jahre nicht bewährt und zur Dominanz von Microsoft geführt. Deshalb wird befürchtet, dass Jobs mit einer Ablehnung des Angebots Fehler der Vergangenheit wiederholt.