Die IT-Woche im Überblick

07.10.2007

Die US-Musikindustrie hat vor den Gericht den ersten Fall wegen Tauschbörsennutzung gewonnen, eBay hat mit Skype große Sorgen und die Telekom Austria steigt in Weißrussland ein - das war die Woche vom 30. September bis 5. Oktober.

Während die Musikindustrie in Österreich mit der Reform der Strafprozessordnung ab 2008 Tauschbörsennnutzer nicht mehr ausforschen darf, gehen die Klagen in den USA munter weiter.

Diese Woche landete der erste Fall vor Gericht und wurde für die Industrie positiv beschieden: Eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder wurde wegen 24 Songs auf ihrer Festpatte zu einer Strafe von 220.000 Dollar verurteilt.

Allerdings macht die Industrie mit den Klagen abseits davon kein Geld - im Gegenteil: "Die Klagen kosten uns Millionen. Wir verlieren dabei Geld", meinte Jennifer Pariser, Anti-Piraterie-Beauftragte des Musikkonzerns Sony BMG.

Die britische Band Radiohead geht einen anderen Weg und stellt ihr neues Album "In Rainbows" vorerst nur als Download zur Verfügung. Die Nutzer können selbst entschieden, wie viel sie dafür bezahlen wollen.

In der EU ist unterdessen ein Streit über das Sperren von Websites entbrannt, die für terroristische Ziele eingesetzt werden. Einige EU-Staaten kritisierten am Montag bei einem Treffen der Innenminister in Lissabon entsprechende Pläne von Kommissar Franco Frattini.

Skype stöß eBay sauer auf

Das Online-Auktionshaus eBay musste am Montag eingestehen, zu viel für den VoIP-Anbieter Skype bezahlt zu haben. Die Einnahmen des Gratisservice lassen zu wünschen übrig, auch die Nutzerzahlen täuschen.

Die beiden Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis sind Anfang der Woche aus der Geschäftsleitung des Unternehmens zurückgetreten und widmen sich zukünftig ihrem Netz-TV-Projekt Joost.

TA besiegelt Einstieg in Weißrussland

Nach wochenlangen Gerüchten steht mittlerweile auch der Einstieg der heimischen Telekom Austria [TA] in Weißrussland fest: Die TA kauft den zweitgrößten weißrussischen Mobilfunkanbieter MDC für in Summe 1,05 Mrd. Euro.

Nach zähen nächtlichen Verhandlungen haben die TA und der bisherige Eigentümer, die zypriotische SB Telecom des syrischen Geschäftsmanns Id Samawi, Mittwochfrüh die Kaufverträge unterzeichnet.

Damit betritt ein Unternehmen, an dem die Republik Österreich beteiligt ist, einen sensiblen Markt der letzten Diktatur Europas - eine durchaus delikate Konstellation.

Seit dieser Woche hat auch der heimische Mobilfunker One mit dem ehemaligen tele.ring-Chef und kurzzeitigen Vorstandsvorsitzenden des deutschen Mobilfunkkonzerns ePlus, Michael Krammer, einen neuen Chef.

IPhone, Zune und die Zwergcomputer

Während die iPhone-Nutzer durch das letzte Software-Update von Apple alle Drittanwendungen verloren haben und entsprechend schäumen, versucht Microsoft erneut einen Angriff auf Apples iPod.

Bill Gates persönlich hat drei neue Modelle von Microsofts iPod-Konkurrent Zune vorgestellt. Redmond setzt dabei weiterhin auf "soziale" Features. Microsoft bietet sogar eine Million Musikstücke ohne DRM an.

Diesen Herbst kommen zudem neue Kleinstcomputer auf den europäischen Markt. Der HTC Shift soll Geschäftsreisende für sich gewinnen, der Eee PC von Asus empfiehlt sich als leichter Zweitrechner. Auf den Classmate PC von Intel müssen private Konsumenten jedoch verzichten.

Die Modelle mit vier und acht Gigabyte verfügen über Flash-Speicher, jenes mit 80 Gigabyte über eine herkömmliche Festplatte.

Das EU-Satellitensystem Galileo hängt derweilen orientierungslos in der Luft [oder auch nicht] - die Industrie erwartet zudem noch höhere Kosten als bisher bekanntwurde.