Zehn Jahre Spam
Spam hat Geburtstag: Am 12. April 1994, also vor genau zehn Jahren, wurde das erste unerwünschte Massenmail versandt.
Ziel waren damals nicht Mailaccounts, sondern Newsgroups. Der Rechtsanwalt Laurence Canter ließ ein Perlscript auf tausende Usenet-Foren los, um die Dienste seiner Kanzlei Canter & Siegel zu bewerben.
Die Folge waren wütende Protestmails und -briefe tausender User, aber auch ein Mehrumsatz von 100.000 bis 200.000 USD.
"Schickt Kokosnüsse und Spam-Dosen zu Center & Co", schrieb damals ein erboster Usenet-User. "Zuerst aber die Spam-Dose an der Naht aufplatzen lassen", wollte er schon damals verschärfte Rache nehmen.
Spam seit 1937
Der Begriff "Spam" stammt aus dem Jahr 1937, als ein neuer Name
für das Produkt "Hormel Spiced Ham" gesucht wurde. In den Siebzigern
verwendete die Comedytruppe Monty Python das Wort Spam in einem
Sketch derart häufig und penetrant, dass es in den Multi User
Dungeons [MUDs] der Achtziger zu einem Synonym für überlange
Textmeldungen wurde.
Nach Spam kommt SpimErstes Massenmail aus 1978
Die allererste Massenmail stammt jedoch aus der Zeit vor dem Konnex zum Begriff "Spam", als nämlich der DEC-Marketingmitarbeiter Gary Thuerk über das Arpanet eine Mail an viele Absender schickte, um seinen Arbeitsgeber zu bewerben.
Mittlerweile ist Spam zu einem ernsthaften Problem geworden. Betroffen ist jeder - laut Aussage des E-Mail-Providers Postini waren im März 2004 77 Prozent der fünf Milliarden bearbeiteten E-Mails Spam.
Filter-Lösungen bekämpfen das Spamproblem nur teilweise: zwar werden halbwegs zuverlässig der Großteil der Spammeldungen abgeblockt, gleichzeitig geht aber auch das eine oder andere wichtige E-Mail verloren. Daher suchen Experten weltweit nach Möglichkeiten, das betagte E-Mail-Protokoll SMTP [Simple Mail Transfer Protocol] zu verbessern.
Erweiterte Authentifzierung, Bezahlung pro abgeschicktem Mail und neue Maildomains mit strenger Spam-Ahndung wurden bereits vorgeschlagen. Doch bis dato konnte sich die Netzwelt nicht auf ein neues Verfahren einigen.
Spam-Filter sortieren zu eifrigNoch kein ausreichender Schutz gegen Spam
Was in den Anfangszeiten von E-Mail noch durch sozialen Druck und Netzetiquette geregelt wurde, bedarf nun einer Vielzahl von Gesetzen, technischen Maßnahmen und händischem Löschen. Erfolgreich bekämpft werden konnte Spam bis dato nicht: die Massenmailer ziehen sich in andere Länder zurück oder finden gefinkelte Wege, ihre Mails loszuwerden - bis hin zum Trojaner, der vom PC eines unbedarften Users aus Spammails verschickt.
