AT&S mit optimistischem Ausblick
Der an der Frankfurter Börse notierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat seine Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2003/04 [per Ende März] erhöht, statt der bisher angepeilten 55 Cent pro Aktie soll der Gewinn nun wenigstens 63 Cent betragen, sagte AT&S-Chef Willi Dörflinger am Dienstag.
In den nächsten Wochen bis zur Bilanz-Pressekonferenz am 6. Mai würden große Investitionsentscheidungen fallen: Geprüft wird der Bau einer vierten Produktionslinie im Werk in Schanghai sowie der Bau eines neuen Werks am selben Standort.
Ziemlich fix seien darüber hinaus Investitionen in Leoben-Hinterberg und Schanghai, um mehr Leiterplatten für die Erfordernisse der neuen Handygeneration zu produzieren, sagte Dörflinger.
Die Dividendenpolitik für das abgelaufene Jahr solle trotz der erwarteten Verdoppelung des Gewinns gegenüber den Prognosen vor Jahresfrist "kontinuierlich" ausfallen, was auch im Hinblick auf die aktuellen Investitionsvorhaben geraten scheine, sagte Dörflinger.
AT&S orientiert sich nach AsienGute Aussichten
Dörflinger begründete die Anhebung der Gewinnprognose mit einem "besseren Produktmix", also mehr höhermargigen Produkten, sechs Mio. Euro Einsparungen durch verstärkte Beschaffung über Hongkong, Steuerersparnissen in China sowie erfolgreichen Programmen zur Reduzierung der Kosten.
Anders als in den Vorjahren zeichne sich für April und Mai auch kein Einbruch in der Auftragslage ab. Der Preisdruck sei zumindest "teilweise" geringer geworden. Negativ sei, dass die Kosten für die Rohmaterialien anstiegen, was üblicherweise erst mit Verzögerungen an die Kunden weitergegeben werden könne.
Der Umsatz sei im abgelaufenen Jahr um etwa 14 Prozent auf 317 Mio. Euro gestiegen.
"Sehr wahrscheinlich", aber noch nicht beschlossen sind zusätzliche Investitionen im Stammwerk in Leoben-Hinterberg sowie in Schanghai, die es ermöglichen sollen, mehr spezielle Leiterplatten für UMTS- und Fotohandys zu fertigen. Das Volumen dieser Investitionen betrage [zusätzlich] zwischen 15 und 20 Mio. Euro.
Standbeine
Trotz der wesentlich verbesserten Aussichten auf dem Mobilfunkmarkt will AT&S seine Strategie, in den nächsten drei bis vier Jahren 50 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus Autoindustrie und Industrieelektronik zu machen, beibehalten.
Wachstum gebe es vor allem in Asien, wobei punktuelles Wachstum auch in Europa möglich sei.
