AT&S orientiert sich nach Asien
Mit einem Fokus auf Asien, konkret China und Indien, will der an der Frankfurter Börse notierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S ein jährliches durchschnittliches Wachstum von zehn bis 20 Prozent schaffen.
Der Asien-Anteil am Gesamtumsatz, der im ersten Halbjahr 2003/04 18 Prozent betrug, soll bis Ende des laufenden Geschäftsjahres 20 Prozent erreichen und bis 2007 bereits zur Hälfte des Konzernumsatzes beitragen.
Dabei soll an den asiatischen Standorten die Massenproduktion laufen, wogegen die vier österreichischen Werke [drei in der Steiermark, eines in Klagenfurt] für kleinere bis mittelgroße Serien und Prototypenfertigung fit gemacht werden.
Von den rund 3.500 Mitarbeitern weltweit beschäftigt AT&S rund 2.200 in Österreich. Der Vorstandsvorsitzende Willi Dörflinger sprach am Donnerstag auf einer Pressekonferenz davon, dass in Verbindung mit einem strengen Kostensenkungsprogramm die Mitarbeiterzahl in allen vier österreichischen Werken zu halten sei. Für die weitere Zukunft wollte Dörflinger allerdings nicht ausschließen, dass es zu einer Zusammenlegung österreichischer Betriebsstätten kommen könnte, was derzeit allerdings keine Synergien bringen würde.
Bilanz 02/03: Rekordergebnis für AT&SEntwicklung in Österreich
Die Zentrale in Hinterberg bei Leoben ist die Technologieschmiede der AT&S-Gruppe. Hinterberg soll gemeinsam mit der chinesischen Fertigung den Weltanteil für hoch integrierte Leiterplatten auf dem Handymarkt auf 15 bis 20 Prozent hochtreiben.
In Fehring werden noch heuer drei Mio. Euro investiert, Fohnsdorf wird für eine flexible Kleinserienproduktion ausgebaut.
In Klagenfurt, wo AT&S im heurigen Februar das insolvente AIK-Leiterplattenwerk übernommen hatte, wird derzeit überlegt, ob die Schwesterproduktion in Ungarn gänzlich nach Klagenfurt verlagert werden soll. Transportkosten und ein Zeitverlust von 14 Tagen durch die zwei korrespondierenden Standorte zehrten den Lohnkostenvorteil von Ungarn nämlich auf, sagte Dörflinger.
Die AT&S-Produktion in Schanghai, die im Dezember 2002 begann, konnte bereits im zweiten Geschäftsquartal der laufenden Periode einen positiven EBIT-Beitrag erzielen und erwartet das auch für das Gesamtjahr.
Die zweite Ausbaustufe in Schanghai, derzeit im Bau, soll mit Beginn des neuen Geschäftsjahrse ab 1. April 2004 mit ihrer vollen Kapazität zur Verfügung stehen. Zur Abnahme der Produktion sollen auch die neu gewonnenen Handykunden Motorola und Sony-Ericsson beitragen, neben den "Altkunden" Siemens und Nokia.
In Indien wird derzeit eine Drei-Mio.-Euro-Investition hochgefahren, womit die dortige Fertigungskapazität von bisher 130.000 auf 250.000 Quadratmeter - ebenfalls ab Beginn des Geschäftsjahres 2004/05 - hochgefahren werden soll. Für die Errichtung eines zweiten Werks in Indien gibt es noch keine fixen Überlegungen. Als äußerst interessanten Markt bezeichnete Dörflinger Brasilien, doch rechne sich dort eine eigene Produktion auf Grund des liberalen Einfuhrregimes für Leiterplatten derzeit nicht.
Halbjahr
Im ersten Halbjahr 2003/04 konnte AT&S den Umsatz im Jahresabstand um 18,1 Prozent auf 152,1 Mio. Euro steigern.
Trotz eines anhaltenden Preisdrucks - im Berichtszeitraum gaben die Preise um 20 Prozent auf Jahresbasis nach - konnte das EBIT um 28,6 Prozent auf 12,3 Mio. Euro gesteigert werden.
Der Periodenüberschuss fiel mit 4,321 [6,79] Mio. Euro schwächer aus, da die Sonderabschreibung für den rund fünfprozentigen Anteil an der insolventen Klosterneuburger Adcon Telemetry verkraftet werden musste.
