Roboter-Rennen endet frühzeitig
Die "Grand Challenge", eine Roboter-Rallye durch die Mojave-Wüste in Kalifornien mit einem Preisgeld von einer Mio. USD, ist bereits nach drei Stunden mit dem Ausscheiden aller Teilnehmer beendet worden.
Zwei Roboter schieden bereits vor dem Start wegen technischer Probleme aus, die meisten anderen schafften nur wenige hundert Meter. Lediglich zwei Roboter kamen weiter als zwölf Kilometer, einer rund zehn und einer acht Kilometer weit.
Die Siegesprämie hätte dem Roboter gewunken, der 227 Kilometer in weniger als zehn Stunden autonom zurückgelegt hätte. Die Fahrt mussten die Roboter völlig autonom meistern, Fernsteuerung war verboten, auch etwaige Reparaturen und das Betanken mussten ohne Fremdeinwirkung erledigt werden.
Größe, Gewicht und Aussehen der teilnehmenden Vehikel standen völlig frei. Das Gefährt musste jegliche die notwendige Hard- und Software an Bord haben, außer einem Notstopp, der automatischen Kommunikation an den Checkpoints und GPS-Signalen war keine externe Kommunikation erlaubt. Die Roboter starteten jeweils zeitversetzt um zehn Minuten ab sechs Uhr Ortszeit.
Wie weit die Roboter kamenKurzzeitige Sensation
Einer der beiden Topfavoriten, das Team TerraMax enttäuschte mit einer mageren Leistung von etwas mehr als eineinhalb Kilometern. Das Team wurde vom Spezialfahrzeughersteller Oshkosh finanziert. Der dreiachsige "Terramax"-Lastwagen von Oshkosh wurde von der Ohio State University zum autonomen Fahrzeug modifiziert.
Der zweite große Favorit, Team Red kam immerhin in rund eineinhalb Stunden zwölf Kilometer weit - aber auch ohne Panne wäre das angestrebte Ziel von zehn Stunden für die gesamte Strecke bei diesem Tempo niemals zu erreichen gewesen.
Eine Sensation schien sich kurzzeitig nach dem Start der "Golem Group", einem Amateurteam aus Santa Monica anzubahnen: Der modifizierte Pickup des Teams, das nicht einmal eine Website hat, schaffte in den ersten 25 Minuten mehr als sechs Kilometer - danach schien es aber massive Probleme zu geben und beim Ausscheiden nach rund eineinhalb Stunden war der Roboter nur rund acht Kilometer weit gekommen.
Hauptgewinner US-Militär
Der Ausgang des Rennens kommt nach den mageren Ergebnissen der Vorläufe nicht überraschend. Die technischen Hürden einer völlig autonomen Navigation am Boden bei schneller Fahrt gelten derzeit noch als extrem hoch.
Die Hauptgewinnerin stand allerdings schon vor dem Startschuss fest: Die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, DARPA [Defense Advanced Research Projects Agency], die das Rennen veranstaltete.
Denn während die US-Militärs mit der Entwicklung, die in letzten Jahren bei unbemannten Flugzeugen stattgefunden hat, hoch zufrieden sein dürften, fehlen entsprechende Erfolge bei ferngesteuerten oder sogar autonomen Landfahrzeugen.
Und das überraschend gute Abschneiden eines Amateur-Teams beweist, dass der Ansatz der DARPA, mit einem offenen Rennen die Entwicklung zu beschleunigen, richtig ist - voraussichtlich 2006 wird daher das nächste Rennen stattfinden.
DARPA: Der Gewinner der Roboter-Rallye
