Lkw-Maut belastet Deutsche Telekom
Das Maut-Debakel wird das Ergebnis der Deutschen Telekom [DT] für das vergangene Jahr nach Informationen des "Handelsblatts" mit voraussichtlich 440 Millionen Euro belasten und bringt ihr noch zusätzlich einen Gerichtsprozess ein..
Diese Belastung entstehe knapp zur Hälfte [210 Millionen Euro] durch Verluste und die Zahlung von Vertragsstrafen des Betreiberkonsortiums Toll Collect, an dem die DT mit 45 Prozent beteiligt ist, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Hinzu kämen Rückstellungen für künftige Verluste in Höhe von etwa 232 Millionen Euro. Dieses Minus werde unter anderem durch die Umrüstung der Lkw-Mautgeräte entstehen. Das ist notwendig, da Toll Collect Anfang 2005 mit einer eingeschränkten Maut-Version starten will, bei der die Software der Mautgeräte nicht aktualisiert werden kann.
Nach der Umrüstung soll das komplett funktionsfähige Mautsystem Anfang 2006 in Betrieb gehen.
Toll Collect soll weiterlebenSchadenersatz gefordert
Der erste Schadensersatz-Prozess in Deutschland gegen Toll Collect soll am 31. März vor einer Zivilkammer des Landgerichts Berlin beginnen.
Verhandelt wird die Klage eines Kasseler Spediteurs, der von Toll Collect Entschädigung für den Einbau technisch angeblich mangelhafter Maut-Erfassungsgeräte in seine Lastwagen fordert.
Laut Anwalt der Firma geht es um insgesamt 59 Lastwagen. Für einen Teil dieser Wagen sei ein zweiter Werkstattbesuch nötig gewesen, weil die eingebauten Geräte von Anfang an schadhaft gewesen seien. Den Streitwert wird auf mehr als 14.000 Euro beziffert. Bei dem Verfahren handle es sich um "die erste eingegangene und verhandelte Klage" auf Schadensersatz gegen Toll Collect.
Der Deutsche Speditions- und Logistikverband erwägt weiterhin eine Verbandsklage gegen das Maut-Konsortium. Verbandsjustiziar Torsten Ehlert erklärte aber am Montag, es sei noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Auch die aktuellen Entwicklungen müssten dabei berücksichtigt werden.
Lkw-Maut landet vor Gericht
