US-Kartellbehörde gegen PeopleSoft-Deal
Die US-Kartellbehörden wollen die Übernahme des US-Softwarekonzerns PeopleSoft durch Oracle auf gerichtlichem Weg verhindern.
Das Justizministerium teilte mit, die feindliche Übernahme von PeopleSoft durch Oracle würde den Wettbewerb auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software beeinträchtigen, weil dadurch einer der drei großen Akteure vom Markt verschwinden würde.
Deswegen werde ein Gericht ersucht, die geplante Übernahme zu untersagen.
Der Klage hätten sich mehrere US-Bundesstaaten angeschlossen.
Während Oracle der Klage die faktische und rechtliche Grundlage absprach, forderte PeopleSoft den Wettbewerber zur Rücknahme seines zuletzt auf 9,4 Milliarden USD aufgestockten Angebots auf.
Peoplesoft lehnt neues Oracle-Angebot abSchlagabtausch vor Gericht
"Die Verhinderung dieses Geschäfts schützt den Wettbewerb", sagte der Chef der Wettbewerbsbehörde im US-Justizministerium, Hewitt Pate.
Oracle-Sprecher Jim Finn bezeichnete die Entscheidung des Ministeriums dagegen als Ergebnis einer intensiven Lobbyarbeit des PeopleSoft-Managements. "Wir glauben, die Klage ist ohne faktische und rechtliche Grundlage", sagte er.
Oracle will die Klage daher anfechten: "Die Behauptung des Ministeriums, es gebe lediglich drei Anbieter, die den Bedarf großer Unternehmen decken, passt nicht zu der Realität eines sehr konkurrenzfähigen, dynamischen und sich schnell wandelnden Marktes", hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung.
Oracle ist auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software bisher zweitgrößter Anbieter hinter der deutschen SAP gewesen. PeopleSoft hatte aber im Juli selbst den kleineren Software-Hersteller J.D. Edwards gekauft und damit Oracle den Platz hinter SAP streitig gemacht.
Oracle-CEO: "PeopleSoft allein nicht überlebensfähig"
