24.02.2004

SCHLUPFLOCH

321 will "DVD X Copy" weiter anbieten

Der Hersteller des DVD-Kopierprogramms "DVD x Copy" will seine Software trotz eines Verkaufsverbots durch ein US-Gericht weiter im Handel anbieten - jedoch ohne integriertes Entschlüsselungstool für den CSS-Schutz.

Um Kopien zu erstellen, müssen sich die Nutzer der Software nun vor dem Gebrauch ein weit verbreitetes Descrambler-Tool separat aus dem Internet herunterladen, erklärte Robert Moore, Gründer der Herstellerfirma 321 Studios.

"Es ist ein reiner Pyrrhussieg für die Filmstudios", so Moore.

Schlüssel müssen lizenziert werden

Damit stimme die Richterin mit den Hollywood-Studios überein, dass "DVD x Copy" gegen das US-Copyright-Gesetz DMCA [Digital Millennium Copyright Act] verstoße.

Das Gesetz aus dem Jahr 1998 legt fest, dass es illegal ist, einen Kopierschutz wie etwa das Content Scramble System [CSS] einer DVD zu knacken.

Die Hersteller von DVD-Playern müssten Schlüssel zum Abspielen CSS-geschützter DVDs lizenzieren, 321 Studios verwende diese Funktion zum Rippen kopiergeschützter DVDs unerlaubt.

Moore versicherte, sich an das Urteil zu halten, will aber gleichzeitig Berufung einlegen.

Reaktion im Einklang mit dem Urteil?

Russell Frackman, Anwalt der Filmindustrie, bezweifelt, dass die Reaktion von 321 in Einklang mit dem Urteil steht.

"Man kann kein Produkt verkaufen und dann den Usern erzählen: 'Jetzt musst du dir noch einen Descrambler aus einer anderen Quelle beschaffen'", so Frackman. "Das Gesetz erlaubt im Allgemeinen nicht, etwas auf indirektem Wege zu tun, wenn es auf direktem verboten ist."

321 Studios hatte im Prozess damit argumentiert, dass der Konsument mit der Software nur sein Recht auf eine Sicherheitskopie einer legal erworbenen DVD geltend macht.

Jack Valenti von der Motion Picture Association of America [MPAA] sah keinerlei Bedarf für derartige Software. "Wer eine DVD kauft, besitzt eine Kopie. Will man eine Sicherheitskopie, kauft man einfach noch eine."