Erste Vollformat-DSLR von Nikon

kameras
23.08.2007

Nikon kontert die neuen Produkte von Canon mit der Profikamera D3 und der Mittelklasse-DSLR D300.

Nachdem Canon zu Beginn der Woche sein neues 21-Megapixel-Flaggschiff EOS-1Ds Mk. III und die schnelle Mittelklasse-DSLR EOS 40D vorgestellt hat, konterte Nikon nun am Donnerstag mit seiner ersten Vollformat-Profikamera, der D3.

Genau genommen fehlt dem 12,1-Megapixel-CMOS-Sensor in der Höhe ein zehntel Millimeter zum 36x24-mm-Kleinbildformat. Nikons DX-Objektive, die für den Formatfaktor von 1,5 gerechnet wurden, können an der D3 auch verwendet werden. Die Kamera kann dann automatisch auf das zentrale Feld des Sensors umschalten und liefert dann 5,1 Megapixel.

Die D3 soll in Europa ab November um 5.180 Euro erhältlich sein.

Schnell und rauscharm

Laut Nikon schafft die Kamera neun Bilder pro Sekunde und ist damit schneller als die Vollformat-Kameras von Canon. Das Unternehmen betont, dass die D3 besonders rauschfreie Bilder liefern könne - bisher eine Domäne von Wettbewerber Canon.

Herz der internen Bildverarbeitung ist ein System mit dem Namen EXPEED mit 14-Bit-A/D-Wandler, dessen Daten intern mit 16 Bit weiterverarbeitet werden.

Die D3 und die kleinere D300 verfügen über dasselbe AF-System mit 51 Sensorpunkten.

WLAN-Kameranetzwerk

Über das eingebaute HDMI-Interface kann der D3-Fotograf seine Bilder auch auf HD-Bildschirmen der neuesten Generation präsentieren. Interessant auch die Netzwerkfähigkeiten der neuen Nikons. Mit dem neuen WLAN-Modul WT-4 lassen sich bis zu fünf D3- und D300-Kameras zu einem Netzwerk zusammenfassen.

Diese Funktion ist vor allem auf Großveranstaltungen nützlich. Bei einem Fußballspiel kann die mobile Bildredaktion sofort die aktuellen Foto-Thumbnails von den Kameras ihrer Fotografen ansehen und markieren. Laut Nikon wird die Arbeit der Fotografen damit nicht behindert. Für die Direktübertragung der Bilder ist das WLAN allerdings zu langsam.

Zwei CF-Schächte

Die D3 ist die erste DSLR, die zwei Schächte für CF-Karten hat. Der Fotograf kann wählen, ob er mehr Speicher haben oder die zweite Karte als Backup nutzen möchte. Wenn er gleichzeitig als RAW [NEF] und JPEG speichert, kann er sogar die RAW-Daten auf die eine und die JPEG-Daten auf die andere Karte schreiben lassen.

Im Gegensatz zu Canon hat Nikon in sein neues Flaggschiff keinen aktiven Sensor-Staubschutz eingebaut.

Die Kompakte: D300

Letztere beiden Features bringt allerdings die neue D300 mit, mit der Nikon die D200 in der oberen Mittelklasse ablöst. Die D300 kommt im November auf den europäischen Markt und kostet 1.980 Euro, setzt sich im Preis also deutlich von Canons 40D ab.

Nikons Zielgruppe für das Gerät sind laut Pressemitteilung "preisbewusste Profis" - und wohl auch solche, die nicht unbedingt die 1,2 Kilo schwere D3 mit sich herumschleppen möchten - die D300 bringt rund 800 Gramm auf die Waage und ist wesentlich kleiner.

Sensor mit Formatfaktor 1,5

Der CMOS-Sensor der D300 hat "APS-Format" mit einem Formatfaktor von 1,5 und verfügt über eine Auflösung von 12,3 Megapixel. Die Aunahmegeschwindigkeit lässt sich durch den Einsatz eines zusätzlich erhältlichen Batteriegriffs MB-D10 von sechs auf acht Bilder pro Sekunde steigern.

Die Systeme für AF und Bildverarbeitung sind identisch mit jenen in der D3. Auch über einen HDMI-Ausgang verfügt die D300.

Spritzwassergeschütztes Gehäuse

Während der Verschluss der D3 für 300.000 Auslösungen konzipiert ist, schafft jener der D300 nur 150.000. Dafür ist sie, wie schon die D200, gegen Spritzwasser und Staub geschützt - in der oberen Mittelklasse bietet das sonst nur Pentax.

Die D300 ist mit dem neuen WLAN-Modul WT-4 kompatibel und lässt sich mit D3-Kameras vernetzen. Besitzer einer D200, die auf das neue Modell umsteigen wollen, können ihre EN-EL3e-Akkus auch in der D300 verwenden.

Mit der Präsentation der D3 und der D300 rückt Nikon das Flaggschiff- und das gehobene Profimodell in seinem Programm wieder weiter auseinander. War es bisher auch für Profis nicht schwer, je nach Auftrag der günstigeren und kompakteren D200 den Vorzug zu geben, müssen sie sich nun schon überlegen, ob der Vollformatsensor und der von den technischen Daten her zu erwartende Vorteil in Sachen Bildrauschen nicht doch den Griff zur D3 wert wären.

Neue Optiken

Ohne gute Objektive nützt der beste Sensor nichts. Nikon bietet seiner Kundschaft fünf neue Nikkore: im Weitwinkelbereich das AF-S 14-24mm f/2,8G ED, das AF-S 24-70mm f/2,8G ED und bildstabilisierte lange Festbrennweiten: AF-S 400mm f/2,8G ED VR, AF-S 500mm f/4G ED VR und AF-s 600mm f4G ED VR. Für Letztere hat Nikon noch keine Verfügbarkeitsdaten und Preise angegeben.