Neue Digitalkameras von Canon
EOS-1Ds Mk. III, EOS 40D und PowerShot G9
Der japanische Konzern Canon hat am Montag eine Reihe neuer Digitalkameras, Optiken und Drucker vorgestellt. An dieser Stelle sei nur auf die technisch interessantesten Modelle verwiesen.
Das neue Spitzenmodell der EOS-Reihe digitaler Spiegelreflexkameras hört auf den einprägsamen Namen EOS-1Ds Mk. III. Das Gehäuse verfügt über einen Kleinbild-Vollformat-Sensor [36 x 24 mm] in CMOS-Technologie mit einer Auflösung von 21,1 Megapixel.
In seiner Pressemitteilung positioniert Canon das Gerät als kompakten Konkurrenten zur Mittelformatkamera. In den USA kostet die Kamera 7.999 US-Dollar, in Österreich 8.159 Euro. Die Kamera soll im Oktober auf den Markt kommen.
"Live View" für Profis
Wie schon die auf hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit optimierte EOS-1D Mk. III verfügt auch das neue Vollformat-Flaggschiff von Canon über "Live View", kann also auf dem internen Bildschirm in Echtzeit anzeigen, was der Kamerasensor gerade "sieht". Bisher hat nur Konkurrent Olympus dieses Feature in einigen Gehäusen angeboten. Der Sucher der EOS 1Ds Mk. III zeigt 100 Prozent des Bildausschnitts, wie es sich für eine Oberklasse-Kamera geziemt.
Laut Canon schafft die neue 1Ds fünf Bilder pro Sekunde. Der Buffer des Geräts ist groß genug für 56 Large/Fine-JPEGs oder zwölf RAW-Dateien. Canon hat auch ein neues komprimiertes Format namens sRAW eingeführt. Zwei Canon-Bildprozessoren vom Typ DIGIC III sorgen für eine schnelle Verarbeitung der Daten. Interessant auch der 14-Bit-A/D-Wandler, der feinere Umsetzung von Farbschattierungen verspricht als der 12-Bit-Wandler des Vorgängermodells.
AF-System der EOS-1D
Die 1Ds Mk. III erbt von der jüngeren 1D Mk. III das Autofocus-System mit 45 Sensoren [19 Kreuz- und 26 Hilfspunkte]. Über Letzteres gibt es unter professionellen Fotografen eine heftige Kontroverse. Der US-Profi Rob Galbraith hat auf seiner Website umfangreiche Tests veröffentlicht, mit denen er nachweist, dass das AF-System der 1D Mk. III zuweilen schlechter funktioniert als das der Vorgängerkamera.
Dem übelsten Gegner des DSLR-Fotografen, dem Staub, will Canon mit einem System Paroli bieten, bei dem der Infrarotfilter vor dem Sensor beim Ein- und Ausschalten der Kamera für 3,5 Sekunden schnell vibriert und dabei den Schmutz abschüttelt. Will der Fotograf schnell reagieren, braucht er nur den Auslöser halb durchzudrücken und das System beendet den Reinigungsvorgang.
EOS 40D
In der Mittelklasse tritt Canon ab Oktober mit der neuen EOS 40D an. Der Nachfolger der sehr erfolgreichen Modelle 20D und 30D kommt mit einem von Canon hergestellten 10,1-Megapixel-CMOS im Formatfaktor von 1,6 daher. Der Sensor ist eine Weiterentwicklung des Modells aus dem Einsteigermodell EOS 400D. Größere Mikrolinsen über den Pixeln sollen mehr Lichtausbeute bringen.
Laut Canon schafft die EOS 40D 6,5 Bilder pro Sekunde, der Buffer ist groß genug für 75 Large/Fine-JPEGs oder 17 RAW-Bilder. Die Bildverarbeitung übernimmt ein DIGIC-III-Prozessor. Auch die EOS 40 verfügt über "Live View". Der optische Sucher wurde verbessert und zeigt das Blickfeld nun mit 0,95-facher Vergrößerung an.
Auch die EOS 40D verfügt über einen 14-Bit-A/D-Wandler und Canons Sensor-Reinigungssystem. Das AF-System bietet weiterhin neun Punkte, Canon will aber die Geschwindigkeit und Genauigkeit des Systems verbessert haben. Die Kamera speichert ihre Bilder auf Compact-Flash-Karten.
In Österreich liegt der Gehäusepreis bei 1.359 Euro. In den USA wird das Gehäuse allein 1.299 US-Dollar kosten.
PowerShot G9
Ab September soll die PowerShot G9 erhältlich sein. Sie ersetzt die G7 an der Spitze von Canons Kompaktkamera-Sortiment und kann Bilder auch als RAW speichern - eine Option, die viele Fotografen im Vorgängermodell vermisst haben.
Die G9 hat einen 12,1-Megapixel-Sensor [CMOS] und ein stabilisiertes Sechsfach-Zoom, das leider nur bei 35 mm [KB-Äquivalent] anfängt, dafür aber bis 210 mm reicht. Die Anfangslichtstärke liegt bei 1:2,8, am langen Ende immer noch bei 1:4,8. Auch über einen Blitzschuh verfügt die kleine Canon. Sie speichert ihre Bilder auf SD/SDHC-Karten
In Österreich wird die G9 549 Euro kosten. Der US-Preis liegt bei 499,99 US-Dollar.
Objektive und Kleinkameras
Weiterhin stellte Canon ein Oberklasse-Weitwinkelobjektiv der L-Serie mit einer Brennweite von 14 mm und einer Lichtstärke von 1:2,8 vor. Diese Vollformat-Optik wird ab Oktober im Handel sein und 2.199 Euro kosten.
Zwei EF-S-Objektive der Einsteigerklasse hat Canon mit Bildstabilisatoren ausgestattet. Das EF-S 18-55 1:3,5-5,6 IS [199 Euro] und das EF-S 55-250 1:4-5,6 IS [299 Euro] funktionieren aber nur an EOS-Digitalkameras mit APS-C-Sensor [Formatfaktor: 1,6] wie der EOS 400D oder der EOS 30D.
Auch zwei neue Ixus-Kompaktkameras kommen auf den Markt. Sowohl die 960 IS als auch die 860 IS verfügen über einen Bildstabilisator. Die 860 IS kommt mit acht Megapixel und bietet einen Brennweitenbereich von 28 bis 105 mm [Kleinbild-Äquivalent]. Sie wird 379 Euro kosten und sollte ab sofort im Handel erhältlich sein. Auf einen optischen Sucher muss der Fotograf hier aber verzichten.
Die Ixus 960 IS verfügt über einen solchen - und auch über 12,1 Megapixel Auflösung. Allerdings fehlt bei 36-133 mm [KB-Äquivalent] der Weitwinkelbereich. Bei so vielen Pixeln auf einem so kleinen Sensor musste Canon einen Kompromiss eingehen. Bei einer Empfindlichkeit von ISO 3.200 stehen gerade noch 2 Megapixel Auflösung zur Verfügung. Die Kamera wird ab Oktober für 463 Euro im Handel erhältlich sein..
