FBI-Siegel für DVDs und Software
Die US-Bundespolizei FBI verstärkt ihren Einsatz beim Kampf gegen den illegalen Tausch von Musik, Software und Filmen im Netz oder auch privat.
Mit einem Aufkleber, der vor den strafrechtlichen Folgen warnt, auf CDs und DVDs will die Behörde potentielle Copyright-Piraten bereits beim Kauf abschrecken.
"Die unautorisierte Reproduktion oder Verbreitung diese Copyright-geschützten Materials ist illegal. Der kriminelle Verstoß gegen das Urheberrecht, auch für nicht kommerzielle Zwecke, wird vom FBI verfolgt und kann mit bis zu fünf Jahren Haft und der Zahlung von 250.000 USD bestraft werden", so der Text des Aufklebers, der auch das FBI-Logo trägt.
Das Programm wurde vom FBI gemeinsam mit der MPAA, RIAA sowie den Branchenverbänden für Software und Game-Software vorgestellt.
Die Industrie beschwert sich schon seit Jahren, dass sie durch den illegalen Tausch jährlich Milliarden USD verlieren.
FBI: Pirates in CyberspaceBereits beim Kauf warnen
Das FBI sagte bei der Vorstellung, dass es an den einzelnen Unternehmen liege, in welcher Form [entweder als Logo oder Text] der Hinweis auf den Verpackungen bzw. CDs aufgebracht werde.
Die MPAA erwartet, dass das neue Label in der gesamten Filmindustrie gleich verwendet werde.
Der Vizepräsident der RIAA, Brad Buckles, sagte, er hoffe, dass die FBI-Warnungen die Nachricht übermitteln, dass Copyright-Verletzungen illegal sind.
Wie das Siegel attestiere, seien das ernst zu nehmende Vergehen mit ernst zu nehmenden Konsequenzen. Die Konsumenten sollten sich dessen bewusst sein, so Buckles.
Im Sommer wurde dem US-Kongress ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der das FBI ermächtigt, auch gegen Tauschbörsen-Piraterie vorzugehen.
FBI soll Jagd auf P2P-Börsen machenErneute Klagen
Die RIAA hat erst diese Woche erneut Klage gegen Nutzer von Tauschbörsen eingereicht.
Die nunmehr beschuldigten 531 Musikpiraten stammen aus den US-Städten Atlanta, Philadelphia, Orlando und Trenton.
Die Internet-Service-Provider [ISP] der nur über ihre IP-Adresse bekannten Downloader sollen nun Namen und Anschrift ihrer Kunden bekannt geben.
Michele Scimeca, eine von der RIAA bereits früher Verklagte, wirft der Lobbyorganisation Mafia-Methoden vor und hat Gegenklage auf der Grundlage eines Anti-Mob-Gesetzes erhoben. Demnach kommt das Vorgehen der RIAA einer Art Schutzgelderpressung gleich.
RIAA-Klagen als "Schutzgelderpressung"
