16.02.2004

NAH & FUNK

Erfolgreiche Wiederbelebung für Bluetooth

Vor einigen Jahren noch als neuer Standard für die kabellose Datenübertragung auf kurze Distanzen gelobt, hat Bluetooth bis dato eher ein Dasein im Abseits gefristet.

Dies soll sich nach Ansicht der Marktforscher nun ändern. Wurden im letzten Jahr noch 55 Millionen Geräte mit Bluetooth ausgeliefert, sollen es 2004 bereits 88 Millionen sein, so die Marktforscher von Gartner. Dies würde einer Steigerung um 60 Prozent entsprechen.

Laut Gartner soll Bluetooth nun aber wirklich als Ersatz für den vielerorts anzutreffenden Kabelsalat unter Computertischen oder auch im Auto Verwendung finden.

"Die ursprünglichen Erwartungen waren zu hochtrabend", so Alex Slawsby vom Marktforscher IDC. "Es war eine Lösung für ein Problem, das keiner hatte."

Bluetooth für Autos

Vor zwei Jahren war Bluetooth bereits für tot erklärt worden. Kompatibilitätsprobleme zwischen Produkten verschiedener Hersteller, aber auch einzelner Geräte, hatten den Durchbruch der einst so gehypten Technik weitestgehend behindert.

Im Dezember 2002 wurde daher ein Programm gestartet, um diese Verbindungsprobleme zu beseitigen. Das "Five Minute Ready"-Programm der Bluetooth Special Interest Group hat offenbar Früchte getragen, immer mehr Hersteller integrieren mittlerweile, auch durch die gestiegene Nachfrage, Bluetooth-Funktionen in ihre Geräte.

Neben Peripheriegeräten für Computer sollen aber auch Handy-User vermehrt von Bluetooth profitieren. Neben den bereits immer stärker Verwendung findenden mobilen Freisprecheinrichtungen setzen die Autohersteller immer mehr auf Bluetooth für Handyuser.

Interoperabilität

Honda, Toyota und DaimlerChrysler bauen, vorerst in den Luxusmodellen und meist als Extra, Bluetooth anstelle der bisherigen Freisprecheinrichtungen ein. Die Marktforscher von In-Stat/MDR sehen dies als Zeichen für eine weitergehende Verbreitung.

Um Bluetooth jedoch tatsächlich zum erhofften Durchbruch verhelfen zu können, müssen die Hersteller verstärkt auf Interoperabilität setzen. Vor allem Freisprecheinrichtungen und Handys verschiedener Hersteller zeigten bis dato eine gewisse Unwilligkeit bei der Kommunikation.

Mike Camon von der Bluetooth Special Interest Group meint: "Es geht nicht um die PC-, Handy- oder Autoindustrie. Es geht darum, dass alle zusammen arbeiten."