Software-Bug schuld an US-Blackout
Ein Programmierfehler in einem weit verbreiteten Energie-Management-System von General Electric führte im vergangenen August zum größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas. Das gab die zuständige Stelle nun bekannt.
Der Bug im XA/21-Kontrollsystem wurde erst nach ausführlicher Überprüfung des Codes entdeckt.
Der Mangel war dafür verantwortlich, dass das Alarmsystem im Kontrollzentrum in Ohio versagte und die Techniker so die anderen Energieversorger nicht warnen konnten.
"Der Fehler war sehr tief im System verankert. Man musste sich erst durch Millionen Zeilen an Code kämpfen," so Ralph DiNicola, Sprecher der Stromgesellschaft FirstEnergy.
50 Mio. Menschen ohne Strom
Der Ausfall des Stromnetzes hatte sich binnen kürzester Zeit auf
den gesamten Nordosten der USA und Teile Kanadas ausgeweitet. New
York und Dutzende andere Städte waren teils tagelang ohne Strom.
Insgesamt waren 50 Mio. Menschen von dem Blackout betroffen.
"Energiesystem eines Dritte-Welt-Staates"Patches müssen eingespielt werden
Eine Verkettung widriger Umstände machte das Ausmaß der Katastrophe erst möglich.
Als ein Back-up-Server einsprang, wurde auch dieses System überlastet, da es die Fülle an angefallenen Anfragen seit dem Ausfall des Zentralsystems nicht mehr bewältigen konnte.
Da der Zusammenbruch vom Alarmsystem nicht gemeldet wurde, verging über eine Stunde, bis den Technikern schließlich die veralteten Informationen auf den Status-Anzeigen der betroffenen Stromnetzteile auffielen.
Das North American Electric Reliability Council [NERC] hat nun alle Stromversorger, die auf das XA/21-Systems setzen, aufgefordert, unverzüglich alle verfügbaren Patches einzuspielen, um eine Wiederholung des Vorfalls zu verhindern.
Details zum XA/21-System [pdf]Schon im November kamen Experten zu dem Ergebnis, dass eine nicht nähere definierte Computerpanne unter anderem Schuld an dem Blackout hatte.
Computerpannen schuld an Mega-Blackout
