Immer mehr schalten ihr Handy ab
Bei der Handynutzung soll sich laut einer aktuellen Studie ein neuer Trend abzeichnen:
Immer mehr User schalten laut einer am Mittwoch präsentierten Fessel-GfK-Studie [im Auftrag der mobilkom austria] ihr Handy ab bzw. an bestimmten Orten auf lautlos. Zudem soll das Handy bei der Pflege der Sozialkontakte als Triebfeder wirken.
Wollten die User früher überall erreichbar sein, soll mittlerweile die Hälfte der Handy-User das Handy manchmal bewusst zu Hause lassen, um nicht gestört zu werden.
28 Prozent schalten es demnach ab, um Ruhe zu haben und ungestört zu sein, eine dreiprozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Auch die Lautlosfunktion werde immer öfter benutzt: 2002 schaltete erst jeder fünfte User zumindest gelegentlich auf lautlos, 2003 bereits jeder Vierte.
Die Penetrationsrate liegt laut mobilkom derzeit bei 89,7 Prozent. Insgesamt habe jeder Haushalt der österreichischen Handy-User im Durchschnitt 2,6 Handys. Für die Studie wurden im Herbst 2003 1.000 Handy-User ab zwölf Jahren in ganz Österreich befragt.
Das Handy ist immer und überallEin Drittel auch im Schlafzimmer erreichbar
Beim Einkaufen sind laut Umfrage 81 Prozent der Befragten, die das Handy zumindest gelegentlich ab- bzw. lautlos schalten, erreichbar. Auch beim Autofahren lassen 79 Prozent das Handy eingeschaltet oder schalten auf lautlos. Beim Arzt schalten annähernd zwei Drittel der User ihr Handy aus oder nehmen es nicht mit.
Das Schlafzimmer ist der Ort, an dem für die Meisten das Handy nichts zu suchen hat: 70 Prozent schalten dort das Handy ab oder haben es nicht dabei.
Drei Viertel stimmen einem Handyverbot an bestimmten Orten voll zu. Über die Hälfte will ein Verbot für Handys in Krankenhäusern, weiters auch in Theatern, Kinos und Kirchen. In Flughäfen, Flugzeugen und auf dem Friedhof wollen hingegen nur wenige auf ihr Handy verzichten.
Soziale Kontakte per Handy
Für ein Viertel haben auch die persönlichen Kontakte zugenommen.
Vor allem Handy-User bis 24 Jahre hätten 38 Prozent ihrer
persönlichen Kontakte intensiviert. Auch ein Viertel der Senioren ab
70 Jahre sehen seit dem persönlichen Handybesitz ihre Freunde,
Bekannten und Verwandten öfter als zuvor, so die Studie weiter.
Österreicher wollen direktes GesprächFünf Handytpyen
Die mobilkom-Studie konnte nach eigenen Angaben zudem fünf Handytypen ausmachen. Drei Typen seien demnach besonders häufig vertreten: "erfahrene Business-User", "weibliche Handy-Maniacs" und "Grey Panthers" mit jeweils 23 Prozent.
"Erfahrene Business-User" sind zwischen 24 und 55 Jahre alt und berufstätig. Sie haben das Handy so gut wie immer dabei, schalten das Handy aber auch zu bestimmten Zeiten aus oder auf lautlos.
Die "weiblichen Handy-Maniacs" sollen vor allem vom Nutzen des Handy begeistert sein. Sie nutzen es zur Erleichterung der Organisation des Alltags und dabei oft und gerne via SMS, so die Studie.
Die "Grey Panthers", zur Hälfte über 54 Jahre alt, nutzen das Handy weniger als andere, schalten es öfter ab und lassen es auch öfter zu Hause.
Weitere Gruppen sind die "skeptischen Individualisten", die im Handy hauptsächlich einen Störenfried der Gesellschaft sehen. Für sie ist es lästig, immer und überall erreichbar zu sein, daher schalten sie ihr Handy am häufigsten aus.
Als letzte Gruppe hat die Studie die "Active Youngsters" benannt, von denen zwei Drittel zwischen zwölf und 34 Jahre alt sind. Diese seien meist ledig und würden ein Notebook und einen PDA besitzen. Obwohl sie vor allem bei der Handyrechnung sparen, hätten sie mit durchschnittlich 45,8 Euro pro Monat die höchste Handyrechnung von allen. Auch sie verschicken sehr gerne SMS.
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