10.02.2004

2004

CeBIT soll Trendwende markieren

Nach mageren Jahren schöpft die IT-Industrie neue Hoffnung - die Computermesse CeBIT [18. bis 24. März] soll die Trendwende endgültig festschreiben.

"Wir erwarten nach den schwierigen Jahren, dass die CeBIT in Hannover das Signal zum Aufbruch gibt", bekräftigt Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbandes BITKOM.

Die Erwartungen der Unternehmen an 2004 sind hoch. 70 Prozent der deutschen Firmen sehen erste Anzeichen eines Aufschwungs, jedes zehnte Unternehmen erwartet sogar ein zweistelliges Plus. Aber nicht nur die Stimmung ist quer durch die Branche gut.

Aus dem "Tal der Tränen"

Auch wenn der BITKOM der Auffassung ist, dass die Branche "gestärkt und gut aufgestellt aus dem tiefen Tal der Tränen" kommt - vor allem die Entwicklung der Märkte in Europa und der restlichen Welt wird die deutschen Unternehmen am Schopfe aus der Krise ziehen.

Nach wie vor sei die Binnennachfrage schlecht, räumt der BITKOM ein. Auch das Frankfurter European Information Technology Observatory erwartet weltweit ein Wachstum von fünf Prozent, in Europa drei Prozent. Deutschland ist zwar nach wie vor der weltweit drittwichtigste IT-Markt nach den USA [32 Prozent] und Japan [zwölf Prozent], verliert aber auf Grund seiner Entwicklung an Bedeutung.

So langsam spürt auch die Deutsche Messe AG, Veranstalterin der weltweit größten Computerschau in Hannover, die Entspannung der Branche. Bei der Ausstellungsfläche ist der Vorjahreswert von 350.000 Quadratmetern erreichbar, meint Messe-Vorstand Ernst Raue.

Einige Stammgäste kehren CeBIT den Rücken

Dafür haben einige Stammgäste der CeBIT den Rücken gekehrt, etwa Hewlett-Packard.

Raue glaubt fest an den Erfolg der CeBIT in diesem Jahr - dennoch will er nicht voraussagen, wie viele Besucher kommen. 2003 hatte die Messe eine herbe Schlappe hinnehmen müssen. Nach 674.000 Besuchern 2002 kamen nur noch gut 560.000 nach Hannover. "In diesem Jahr ist das besonders schwierig. Es gibt viele Insolvenzen im Markt. Es ist im Moment völlig unklar, wie viele Menschen überhaupt kommen können."

In den vergangenen zwei Jahren verloren nach BITKOM-Angaben mehr als 60.000 Menschen in der Branche ihren Job, jetzt zählt sie in Deutschland noch rund 750.000 Beschäftigte.

Der Markt habe sich auf Grund der Krise im Vergleich zu 2001 extrem verändert. "Wir haben ein deutliches Wachstum aus Osteuropa und aus Asien. Da laufen die Märkte mit zweistelligem Wachstum." Inzwischen kommt fast jeder zweite CeBIT-Aussteller aus dem Ausland.