20.10.2003

MODE

IT-Krise offiziell beendet

Das Verkünden des Krisenendes wächst sich dieser Tage zu einer regelrechten Mode aus: Für die Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche ist die Konjunkturkrise angeblich überwunden.

"Die Flaute in der ITK-Branche ist zu Ende, noch nicht für alle, aber für die meisten", sagte Willi Berchtold, Präsident des deutschen Branchenverbandes BITKOM am Montag zum Auftakt der Computermesse Systems in München.

Zahlreiche Firmen spürten "wieder eine frische Brise". Zwar würden die Umsätze der Branche in diesem Jahr noch stagnieren, für 2004 werde aber wieder ein Plus von zwei Prozent auf 134 Mrd. Euro erwartet. Im Folgejahr geht der Verband dann von einem Wachstum von fünf Prozent aus. Schon 2004 erwartet BITKOM, dass in der Branche mit derzeit 751.000 Beschäftigten wieder zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Nachwuchsmangel

Der Branchenverband forderte, Deutschland bis 2010 zum weltweit innovativsten Standort zu machen. Dazu müssten die Rahmenbedingungen stimmen und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen.

70 Prozent der Unternehmen sähen in den politisch-administrativen Rahmenbedingungen hemmende Faktoren. Berchtold beklagte unter anderem eine Halbierung der Studienanfänger in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

BITKOM warnte gleichzeitig vor vor einer Ausweitung der Gewerbesteuer auf ertragsunabhängige Kosten wie Zinsen, Pachten, Mieten und Leasingraten. Dies sei ein ein steuerlicher Angriff auf die Substanz der Unternehmen.