JoWooD schließt Übernahme nicht aus
Der börsenotierte Computerspiele-Hersteller JoWooD hat den Turnaround geschafft und sucht nach neuen Partnern.
Vorläufigen Zahlen zufolge drehte das steirische Unternehmen sein Betriebsergebnis [Ebit] wieder in die Gewinnzone und zwar von minus 42,8 Mio. Euro auf plus 7 Mio. Euro.
Das Konzernergebnis nach Minderheiten fiel mit 3,7 Mio. Euro ebenfalls positiv aus, nach einem Verlust von 28,6 Mio. Euro im Jahr davor, teilte JoWooD am Donnerstag mit. 2002 war das Unternehmen nur knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt.
JoWooD Productions sei jetzt auf der Suche nach einem strategischen Partner, um seine Produkte international besser vermarkten zu können, so JoWooD-Vorstandsvorsitzender Michael Pistauer.
Umsatz halbiert
Der vorläufige Umsatz lag 2003 mit 23 Mio. Euro zwar weit unter
dem Vorjahreswert von 43,5 Mio. Euro, entspreche jedoch dem neuen
Geschäftsmodell, wie es dazu hieß. Seit der strategischen
Neuausrichtung konzentriert sich JoWooD ausschließlich auf die
Entwicklung und Veröffentlichung von Top-Titeln, der Vertrieb wird
über Partner abgewickelt.
JoWooD-Aktien achtfach überzeichnetInternationale Ausrichtung
Bei der in diesem Jahr anstehenden strategischen Entscheidung könne es sich sowohl um eine vertragliche Kooperation aber auch um eine Kapitalverflechtung mit einem großen oder mittelgroßen Unternehmen handeln. Auch eine Übernahme des Unternehmens durch einen Mitbewerber sei nicht ausgeschlossen.
"Alles ist möglich, das Management ist offen", sagte Pistauer, betonte aber, JoWooD wolle grundsätzlich ein eigenständiges und österreichisches Unternehmen bleiben. "Das Angebot dafür muss schon sehr attraktiv sein und sich mittelfristig für das Ergebnis, den Umsatz, die Produkte und für die Investoren auszahlen."
Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern seien bereits im Laufen, JoWooD sei wegen seiner wiedererlangten Attraktivität auch am "Radar" von Kaufinteressenten.
Immer mehr große Medien- und Telekom-Konzerne - etwa Vivendi, Time Warner oder Nokia - versuchen, in den Spielemarkt hineinzukommen. Das sei auch verständlich, sei doch dieser Markt mit einem Marktvolumen von rund 30 Mrd. USD größer als etwa der Musikmarkt. JoWooD selbst liegt laut Pistauer im internationalen Vergleich an 27. Stelle.
Jowood will selbstständig bleibenSanierung abgeschlossen
Die Sanierung betrachtet man im Unternehmen nun als abgeschlossen. Endgültige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr will JoWooD am 25. Februar vorlegen.
Als "nicht sehr wahrscheinlich" bezeichnete Pistauer die Möglichkeit, dass für 2003 eine Dividende ausbezahlt wird. Es sei aber das Ziel, die Aktionäre am Unternehmenserfolg partizipieren zu lassen, ob über den Kurs oder die Dividende sei noch mit dem Aufsichtsrat zu klären.
Für das laufende Jahr plant Pistauer den Konsolenbereich weiter auszubauen. Ein Drittel des Umsatzes soll 2004 in dem Bereich erlöst werden.
