04.02.2004

AUFBAU

Telefonieren im Irak wird erschwinglich

Der irakische Mobilfunkbetreiber Iraqna will noch in dieser Woche mit dem Vertrieb von Wertkartenhandys starten.

Dadurch könnte das Telefonieren einem weitaus größeren Teil der Bevölkerung zugänglich gemacht werden: Während für Vertragshandys eine Vorauszahlung von 650 USD geleistet werden muss, werden Prepaid-Karten schon ab zehn USD zu haben sein.

Bei einem Durchschnittsgehalt von 150 USD im Monat allerdings immer noch ein ansehnlicher Betrag.

Drei Anbieter

Ende 2003 haben drei Mobilfunkbetreiber Lizenzen für den Irak erhalten. Iraqna, an dem die ägyptische Orascom Telecom die Mehrheitsanteile hält, versorgt den Zentralirak und Bagdad.

Die kuwaitisch dominierten Netzbetreiber Atheer Tel und Asia Cell kamen im Süden beziehungsweise im Norden zum Zug. Bis Mitte März erwarten sich die drei Anbieter jeweils rund 400.000 Kunden.

Die Chancen, dass sich diese Erwartungen erfüllen, stehen nicht schlecht, denn die Konkurrenz ist nicht all zu groß. Das Festnetz, das mit vier Anschlüssen pro 100.000 Einwohner schon vor dem Krieg eines der dünnsten der Region war, wurde während des jüngsten Krieges beinahe gänzlich zerstört.

Und Satellitentelefone mit Anmeldegebühren in der Höhe von 600 Euro und Gesprächskosten von einem USD pro Minute sind weitgehend unerschwinglich.