Irak bekommt GSM-Mobilfunknetz
Während der Guerillakrieg auf dem Boden täglich neue Opfer fordert, wurde der Luftraum über dem Irak nun aufgeteilt. Die US-Verwaltung im Irak und das irakische Telekommunikationsministerium haben drei regionale Mobilfunklizenzen vergeben.
Den Zuschlag in der Region Mitte um die Hauptstadt Bagdad erhielt ein von der ägyptischen Orascom Telecom Holdings SAE angeführtes Konsortium.
Das Mobilnetz in der Region Nord mit der Stadt Mosul und den Kurdengebieten wird von Asia-Cell aufgebaut, einem Unternehmen mit Sitz im kurdisch-irakischen Sulaimanija.
Für die südlichen Landesteile rund um die Metropole Basra wurde der kuwaitische Mobilfunkbetreiber MTC ausgewählt.
Schlacht US- gegen europäischen Standard
Mit der jetzigen Entscheidung ist eine hitzige Debatte über den
zu verwendenden Standard, den amerikanischen CDMA- oder den
GSM-Standard, der neben Europa auch in den Nachbarstaaten des Irak
im Einsatz ist, zu Ende gegangen.
Countdown für Iraks Handynetz läuftZehn Cent pro Inlandsminute
Die Lizenzen wurden für zwei Jahre vergeben.
Nach einem Jahr soll jeder der regionalen Anbieter seine Dienstleistungen auf das ganze Land ausdehnen, sodass drei nationale Anbieter im Wettbewerb miteinander das Land abdecken.
Der irakische Minister für Kommunikation, Haidar el Ibadi, erklärte, die Entscheidung über die Lizenznehmer habe "ein Team von irakischen Experten, unterstützt von ausländischen Experten", getroffen.
Nach Angaben der US-Verwaltung stand das von den Bewerbern zugesicherte Preis-Leistungsverhältnis für die künftigen Kunden im Mittelpunkt. Die Höchstkosten sollen dem Minister zufolge bei zehn Cent pro Minute für Inlandsgespräche liegen.
Das hohe Interesse an der Ausschreibung sei ein "Beweis dafür, dass die internationale Geschäftswelt Vertrauen in die Zukunft des Irak setzt", sagte der Minister. Insgesamt hatten sich 35 Konsortien für die drei Regionen beworben.
Gerüchte im Vorfeld: US-Handysystem für den IrakDie Vergabe von Mobilfunklizenzen gehört zu den potenziell lukrativsten Geschäften beim Wiederaufbau des Irak.
Experten veranschlagen das Umsatzpotenzial des irakischen Mobilfunkmarktes in den kommenden zwei Jahren auf eine Milliarde USD [862 Mio. Euro].
Das terrestrische Telefonnetz im Irak ist infolge von Zerstörungen während des Krieges und durch Plünderungen weitgehend zusammengebrochen.
Ausländische Hilfsorganisationen, Journalisten und wohlhabende Iraker behelfen sich derzeit mit Satellitentelefonen und dem satellitengebundenen Mobiltelefon-System "Thuraya".
Die US-Verwaltung operiert mit einem internen Mobilnetz der US-Firma MCI.
