31.01.2004

URTEIL

Ex-Bertelsmänner erhalten 209 Mio. Euro

Der Medienkonzern Bertelsmann muss zwei früheren Managern mehr als 209 Millionen Euro Gewinnanteil aus dem Verkauf seiner Beteiligung an AOL Europe bezahlen.

Mit dieser Entscheidung bestätigte ein Richter in Santa Barbara [US-Staat Kalifornien] am Freitag ein früheres Urteil. Im Dezember kam eine Jury zu dem Schluss, den beiden Ex-Managern stünden jeweils 104,655 Millionen Euro vertraglich als Erfolgsbeteiligung zu. Richter James Brown wies aber zugleich eine Millionen-Klage gegen den früheren Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff zurück.

Der Gerichtsstreit dreht sich um ein Milliardengeschäft der Bertelsmann AG auf dem Höhepunkt des Internetbooms. Der Gütersloher Konzern hatte gemeinsam mit dem US-Onlinekonzern AOL den Onlinedienst AOL Europe aufgebaut und sich an AOL Deutschland beteiligt. Vor dem endgültigen Platzen der Internet-Blase hatte Bertelsmann seine AOL- Beteiligung im Jahre 2000 für 6,75 Milliarden USD an den US-Partner AOL Time Warner verkauft.

Die beiden früheren AOL-Deutschland-Geschäftsführer Andreas von Blottnitz und Jan Henric Buettner verlangen vor der US-Justiz einen "fairen Anteil" an dem Milliardengewinn der Gütersloher aus dem Verkauf. Anfangs hatten sich die Kläger 3,5 Milliarden USD erhofft.