Ex-Bertelsmänner erhalten 209 Mio. Euro
Der Medienkonzern Bertelsmann muss zwei früheren Managern mehr als 209 Millionen Euro Gewinnanteil aus dem Verkauf seiner Beteiligung an AOL Europe bezahlen.
Mit dieser Entscheidung bestätigte ein Richter in Santa Barbara [US-Staat Kalifornien] am Freitag ein früheres Urteil. Im Dezember kam eine Jury zu dem Schluss, den beiden Ex-Managern stünden jeweils 104,655 Millionen Euro vertraglich als Erfolgsbeteiligung zu. Richter James Brown wies aber zugleich eine Millionen-Klage gegen den früheren Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff zurück.
Bertelsmann gibt nicht auf
Bertelsmann-Anwalt Anthony Murray wertete das als "gutes
Ergebnis" für Middelhoff. Der Richter habe weitere Ansprüche der
Kläger in Höhe von 32 Millionen USD zurückgewiesen, sagte Ulrich
Koch, Chef-Syndikus des Medienkonzerns. "Die Schlacht geht weiter",
kündigte Koch an. "Selbstverständlich" werde Bertelsmann die Zahlung
der über 209 Millionen Euro nicht akzeptieren. In den kommenden
Wochen wollen die Anwälte den Richter mit Anträgen dazu auffordern,
die Millionenforderung abzuweisen oder einen neuen Prozess zu
gewähren.
Bertelsmann muss Entschädigung zahlenDer Gerichtsstreit dreht sich um ein Milliardengeschäft der Bertelsmann AG auf dem Höhepunkt des Internetbooms. Der Gütersloher Konzern hatte gemeinsam mit dem US-Onlinekonzern AOL den Onlinedienst AOL Europe aufgebaut und sich an AOL Deutschland beteiligt. Vor dem endgültigen Platzen der Internet-Blase hatte Bertelsmann seine AOL- Beteiligung im Jahre 2000 für 6,75 Milliarden USD an den US-Partner AOL Time Warner verkauft.
Die beiden früheren AOL-Deutschland-Geschäftsführer Andreas von Blottnitz und Jan Henric Buettner verlangen vor der US-Justiz einen "fairen Anteil" an dem Milliardengewinn der Gütersloher aus dem Verkauf. Anfangs hatten sich die Kläger 3,5 Milliarden USD erhofft.
