12.12.2003

URTEIL

Bertelsmann muss Entschädigung zahlen

Nach dem Urteil einer kalifornischen Jury muss der deutsche Medienkonzern Bertelsmann zwei Ex-Managern über 200 Millionen Euro zahlen.

Die Geschworenen warfen dem Konzern Vertragsbruch vor.

Die ehemaligen Manager von AOL Deutschland hatten Klage gegen Bertelsmann eingereicht. Sie wollten erreichen, dass Bertelsmann ihnen umgerechnet bis zu 2,87 Mrd. Euro auszahlt.

Sie hatten argumentiert, ihnen stehe Geld aus dem von Bertelsmann erzielten Verkaufserlös des 50-Prozent-Anteils aus dem Internet-Service AOL Europe an den Miteigentümer AOL Time Warner zu.

Bertelsmann hatte bei dem Geschäft 6,7 Milliarden USD eingenommen.

Ulrich Koch, Chefsyndikus von Bertelmann, bezeichnete das Urteil als "zwiespältig". Er werte es als einen Erfolg, dass die Milliardenforderung abgewiesen wurde, bezeichnete aber die von der Jury verhängte Millionensumme als "viel zu viel".

Er halte es für wahrscheinlich, dass der zuständige Richter in den kommenden zwei Wochen der Juryentscheidung zustimme.

Koch und Murray stellten in Aussicht, dann einen neuen Prozess zu beantragen oder gegen das Urteil Berufung einzulegen.