Alko-Wegfahrsperre im Test
Im französischen Savoyen wird seit Donnerstag ein neuartiges System getestet, das Autolenker mit zu vielen Promille im Blut daran hindert, ihren Wagen zu starten.
Das in Annecy von Polizei und Gendarmerie in Anwesenheit eines Staatsanwalts geprüfte System soll jenen Personen als Alternative zu strafrechtlichen Sanktionen angeboten werden, die wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt wurden. Hält sich der Fahren an die Testergebnisse, wird das Strafverfahren nach sechs Monaten annulliert, ansonsten verliert er automatisch den Führerschein und muss hinter Gitter.
In das Auto der betroffenen Fahrer wird ein Alkomat eingebaut. Bevor er den Wagen startet, muss der Lenker in das Gerät blasen. Wird ein zu hoher Alkoholgehalt festgestellt, springt der Motor nicht an.
Für die Miete des Alkomaten müssen die betroffenen Autofahrer 1.260 Euro zahlen. Solche Geräte mit dem Namen "Alcohol Ignition Interlock" werden in den skandinavischen Ländern, in den USA und in Kanada bereits seit 1969 angewendet. In Frankreich sollen sie nur bei Nicht-Alkoholikern zum Einsatz kommen, die für ihren Beruf ein Auto benötigen.
"Alcohol Ignition Interlock"Voila: Kontrollverlust
Frankreich erweist sich damit als Testland für technische Systeme, die Autofahrer kontrollieren: Zwischen Versailles und Paris sind derzeit auch Autos unterwegs, die nicht mehr schneller fahren können, als die Polizei erlaubt.
Im Oktober gaben die französischen Straßenverkehrsbehörden den Startschuss für ein Projekt, bei dem das Gaspedal nur noch bis zum jeweils geltenden Tempolimit getreten weden kann. Welche Höchstgeschwindigkeit zulässig ist, wird den "intelligenten" Autos über ihr Navigationssystem mitgeteilt.
Nach ersten Probeläufen sollen im Lauf des Jahres hundert Freiwillige je acht Wochen lang mit der automatische Tempobremse über die Straßen rollen. Ihre Testwagen werden mit einem "LAVIA" [Limiteur s'Adaptant a la Vitesse Autorisee] getauften Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet.
Auto hindert Fahrer am Rasen
