12.01.2004

EUROPA

Telefonica setzt UMTS-Abverkauf fort

Der spanische Telekomkonzern Telefonica will noch in diesem Jahr sämtliche UMTS-Lizenzen in Europa [außer Spanien] verkaufen.

Obwohl ein Millionenverlust kaum noch zu verhindern sei, versuche Telefonica, entweder durch den direkten Verkauf der Frequenzen oder der in den jeweiligen Ländern gegründeten Tochterunternehmen größere Geschäftseinbußen abzuwenden, erklärte ein Sprecher der Mobilfunksparte Telefonica Moviles.

Telefonica zahlte im Jahr 2000 6,4 Mrd. Euro für den Erwerb von Lizenzen der dritten Mobilfunkgeneration in Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland. Diese Summe werden die Spanier aber nicht einmal annähernd aus dem Verkauf zurückgewinnen. Das zeigte bereits der Verkauf der UMTS-Lizenz an die österreichische mobilkom austria.

Bessere Preise in der Schweiz

Ähnlich wie in Österreich geht es Telefonica nun auch in der Schweiz und Italien. In der Schweiz verhandelt Telefonica derzeit mit verschiedenen Anbietern wie Orange [France Telecom], TDC Switzerland und Swisscom.

Hier könnte sich ein besserer Verkaufspreis ergeben, nachdem die schweizerische Regulierungsbehörde die Auflage, 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS-Diensten versorgen zu müssen, auf Jänner 2005 verschoben hat.

Seit Italien die gesetzliche Regelung des Weiterverkaufs der UMTS-Lizenzen gelockert hat, steht Telefonica auch mit dem italienischen Mobilfunkanbieter TIM in Verhandlungen. Omnitel [Vodafone] hat ebenfalls Interesse an den Lizenzen angekündigt, welches das Konsortium Ipse, an dem Telefonica rund 45 Prozent hält, im Oktober 2000 für rund 4,7 Mrd. Euro ersteigert hat.

Kampf um Lizenzen

Quam wollte aber nicht wie Konkurrent mobilcom seine Lizenz entgeltlos zurückgeben. Das Unternehmen hat für die deutsche Frequenz 8,3 Mrd. Euro gezahlt. Die Spanier pochen zumindest auf eine Entschädigung und weisen darauf hin dass die Fristen in den Lizenzbedingungen daran gekoppelt seien, dass die entsprechende Technik am Markt verfügbar sein müsse, was nicht der Fall sei.