10.01.2004

DEUTSCHLAND

Kampf um verlorene UMTS-Milliarden

Das gescheiterte deutsche Mobilfunk-Konsortium Quam will seine mehr als acht Milliarden Euro teure UMTS-Lizenz nicht kampflos aufgeben. "Wir geben die UMTS-Lizenz nicht zurück", sagte der für Regulierungsfragen zuständige Quam-Jurist Georg Berger der "Süddeutschen Zeitung".

Die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post [RegTP] dürfte demnächst die Lizenz von Quam zurückfordern, da das Unternehmen zum Jahresende 2003 kein Netz aufgebaut und damit gegen die Bedingungen verstoßen habe. Eine Rückerstattung des Kaufpreises ist in dem Regelwerk nicht vorgesehen.

"Es kann doch nicht sein, dass wir 8,3 Milliarden Euro bezahlt haben und nun die Lizenz einfach abgeben sollen", betonte Berger.

Vorbild Österreich

Quam wolle unter anderem darauf hinweisen, dass die Fristen in den Lizenzbedingungen daran gekoppelt seien, dass entsprechende Technik am Markt verfügbar sein müsse, sagte Berger.

Damit gebe es aber Probleme. Das Konsortium hatte den UMTS-Aufbau bereits 2002 aufgegeben, die Lizenz aber behalten.

Die "Süddeutsche" schreibt weiter, Quam spekuliere darauf, die Lizenz später verkaufen zu können. Ein Telefonica-Sprecher habe betont, dass Quam in Österreich die dortige UMTS-Lizenz habe verkaufen dürfen.