27.12.2003

DES & INFO

CIA zeigt ausgefallene Spionage-Tools

TV-Spione wie James Bond sind immer mit innovativen High-Tech-Gadgets und Agenten-Spielereien auf dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Abteilung für Wissenschaft und Technik stellt der US-Geheimdienst CIA in seinem Hauptquartier in Langley [nahe Washington] einige der spektakulärsten Spionage-Hilfsmittel aus.

Die gebotenen Ausstellungsstücke reichen von der als Tigerkot getarnten Abhöranlage für den Dschungel-Einsatz, über einen ferngesteuerten Roboterwels, bis zu Minikameras, die Tauben umgeschnallt wurden, um in den 70er Jahren Gegner zu beobachten.

Geräuschloses Abfeuern

Die an der Taubenbrust befestigte Kamera wog dabei nur soviel wie ein paar Münzen. Anfängliche Versuche mit schwereren Geräten scheiterten, nachdem die Tauben wegen Überladung gezwungen waren, ihren Weg zu Fuß zu bestreiten.

"Niemand würde etwa vermuten, dass Tauben mehr als nur fliegende Ratten sind," so Pat Avery von der National Pigeon Association. Doch mit heutigen Überwachungsmethoden ist die Tauben-Kamera längst überholt.

Auch eine Pistole, die das nahezu geräuschloses Abfeuern ermöglichte, ist ausgestellt. William "Wild Bill" Donovan, Gründer der Behörde, die später zur CIA wurde, demonstrierte die Waffe mit Kaliber .22 Franklin D. Roosevelt, während dieser ein Telefonat führte.

"Er feuerte alle zehn Patronen auf einen Sandsack im Oval Office und legte die heiße und rauchende Waffe dann vor Roosevelt auf den Schreibtisch. Dieser konnte es kaum fassen, da er keinen einzigen Schuss gehört hatte," so Museumsdirektor Toni Hiley.

Roboterwels "Charlie"

Berühmtestes Stück im Repertoire ist der im Jahr 2000 entwickelte künstliche Wels "Charlie". Der 60 Zentimeter lange Unterwasser-Roboter mit der lebensechten Gummihaut kann völlig unauffällig zwischen anderen Fischen herumschwimmen.

Fehlschläge

Doch nicht nur die Gustostückerl der Agenten-Spielereien werden gezeigt, auch missglückte Spionage-Tools sind zu sehen. So die mechanische Libelle, die das Abhören im Freien erleichtern sollten.

Der so genannte "Insectothopter" orientierte seine Flugroute an einem Laserstrahl. Ein Uhrmacher hatte einen Miniaturmotor gebaut, der die Flügel bewegte - eine Miniblase enthielt den flüssigen Treibstoff dafür.

Zum Einsatz kam das Gerät aber nie, da schon der kleinste Windstoß das Fluggerät vom Kurs abbrachte.

Auch der D-21 "Tagboard", eine unbemannte Aufklärungsdrohne der späten 70er-Jahre, floppte.

Ursprünglich sollte die Drohne von dem legendären Aufklärungsflugzeug SR-71 "Blackbird" Huckepack genommen und dann frei gesetzt werden. Dabei sollten bei einer Geschwindigkeit von über 3.500 Kilometer pro Stunde und einer Höhe von 27 Kilometer Fotos der überflogenen Gebiete geschossen werden.

Doch von vier Missionen, stürzten zwei Drohnen vor der Filmentnahme ab, ein CIA-Mitarbeiter wurde zudem bei einem Startversuch getötet.