CIA meidet neue Technologien
In Filmen und TV-Serien sind Spione und Agenten wie James Bond oder Sydney Bristow immer mit innovativen High-Tech-Gadgets und Spielereien auf dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet.
Doch ihre "echten" Kollegen haben in diesem Punkt noch einiges aufzuholen.
Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass der Geheimdienst CIA beim Gebrauch von neuen Technologien etwa fünf Jahre hinter dem Rest der Welt herhinkt.
Die Mitarbeiter der CIA nutzen demnach bei der Arbeit erst in geringem Maße das Internet und arbeiten immer noch mit veralteten, unbflexiblen Datenbanken, um ihre Informationen zu katalogisieren.
Laut dem Bericht betrachtet die CIA Computertechnologien eher als ihren "Feind", denn als Verbündeten.
Der Bericht "Failing to Keep Up With the Information Revolution" wurde von Bruce Berkowitz, einem ehemaligen Mitarbeiter der CIA und nun Forscher der Hoover Institution an der Stanford University, verfasst.
Die StudieJeweils zwei Leitungen
Im Gegensatz zu Hollywoods Sicht der Dinge setzt man beim Geheimdienst auf althergebrachte Systeme, statt neuester Errungenschaften.
So stehen auf dem typischen Arbeitsplatz eines CIA-Mitarbeiters zwei Festnetztelefone und zwei Desktop-Computer. Ein Rechner hängt im internen Netzwerk, der andere ist mit dem Internet verbunden. Auch eines der Telefone hängt an einer sicheren Leitung.
Über eine Switchbox lassen sich beide Computer mittels einer Tastatur, Maus und Monitor bedienen.
Die meiste Arbeit wird aber über das geheime, interne Netzwerk erledigt. Nur mit der richtigen Befungnis und der nötigen Gerätschaft können Daten von einem zum anderen Rechner oder auf tragbare Medien übertragen werden.
Sogar der Versand eines E-Mails ist nicht ganz einfach, da die CIA kein durchsuchbares Adressbuch hat und alte Protokolle benutzt.
US-Präsident Bush will "terroristischen Bedrohungen" mit engerer Vernetzung der Sicherheitsbehörden und neuen Technologien begegnen. Eckpfeiler der "Nationalen Strategie für den Heimatschutz" ist das Ministerium für Innere Sicherheit, das fast 200.000 Beamte beschäftigen und Aufgaben aus mehr als hundert verschiedenen Behörden bündeln soll.
Mit Technologien gegen den TerrorVon der Außenwelt abgeschnitten
Die hohen Sicherheitsmaßnahmen erschweren es den CIA-Agenten außerdem Geheiminformationen mit anderen Geheimdiensten zu teilen.
Sogar das Intelink, ein auf dem Internet basierendes Informationssystem der Geheimdienste, wird nur sehr zögernd benutzt, da man mit dem Einspeisen von Daten die Kontrolle über diese verliert.
Auch ein anderes internes Informationsnetzwerk, das SIPRNET [Secret Internet Protocol Router Network] wird nur selten genutzt, da sich nur sehr wenige Zugangspunkte in speziell abgesicherten Räumen des CIA-Gebäudes befinden.
"Das Ergebnis ist, dass die Analysten der CIA in einer IT-Umgebung arbeiten, die völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist," so der Autor der Studie und ehemaliger CIA-Agent Bruce Berkowitz.
Anruf geht schneller als Datenbank-Abfrage
Und auch die Suchfunktion in den Datenbanken ist so veraltet,
dass es oft schneller und einfacher ist einen Kollegen anzurufen,
als den Computer zu befragen.
CIATechnologie ist Sicherheits-"Schreckgespenst"
Der Bericht führt diese Mängel auf mehrere Faktoren zurück.
Die größte Einschränkung stellt bei der Nutzung neuer Technologien das Sicherheitsproblem dar. Statt die neuen Systeme aufgrund ihrer Vorteile zu nutzen und auch Risiken dabei in Kauf zu nehmen, bleibt die CIA immer auf der sicheren Seite.
Über die Jahre hat neue Technologie dabei den Stellenwert eines "Schreckgespensts" bekommen, nahezu jeder Ansatz wird als zu riskant eingestuft.
Doch auch andere Umstände, wie das Fehlen von Geld, die organisatorische Trägheit und das Fehlen von Verbindungen zwischen den Abteilungen hemmen die Verbreitung neuer Technologien innerhalb der CIA.
