25.12.2003

LEGAL

Bollywood vertreibt Filme via KaZaA

Während die US-Filmindustrie noch nach einem "geeigneten Schutzmechanismus" für einen Filmvertrieb über das Internet sucht, will die indische Filmindustrie, die nach Produktionszahlen die größte der Welt ist, im nächsten Jahr mit der Tauschbörse

KaZaA als Partner im Netz durchstarten:

KaZaA-Betreiber Sharman Networks hat einen Vertriebsdeal mit IndiaFM.com, eine der größten indischen Film-Sites, geschlossen.

Der Vereinbarung ging der versuchsweise Vertrieb des Films "Supari" Anfang des Monats voraus, der für 2,99 USD einmal angesehen werden konnte.

Exil-Inder als Kunden

Der Vertrag zwischen IndiaFM.com und Sharman Networks ermöglicht es rund 35 indischen Filmproduzenten ihre Werke via KaZaA zu vertreiben. Als Zielgruppe werden dabei zunächst vor allem Inder im Exil - weltweit rund 20 Millionen Menschen - angepeilt.

Zunächst soll der neue Kanal durch das verstärkte Angebot von Promo-Material beworben werden, im Laufe des nächsten Jahres sollen dann ganze Filme aber auch die dazu gehörende Musik kostenpflichtig via KaZaA zu haben sein.

Unterdessen will aber auch die US-Konkurrenz demnächst im Netz durchstarten: "Wir wollen das Internet benützen", bekräftigte Jack Valenti, Geschäftsführer der Motion Picture Association of America [MPAA], Ende November in einem Interview.

Valenti rechnet damit, dass sich für den Vertrieb in Form von Downloads bzw. als Video-on-demand binnen eines Jahres ein geeigneter Schutzmechanismus finden werde.

KaZaA will regulärer Vertrieb werden

Gegen die populäre Tauschbörse KaZaA geht vor allem die Musikindustrie gerichtlich vor, weil sie das Netzwerk für rückläufige CD-Verkäufe verantwortlich macht.

Die Betreiber, Sharman Networks, versuchen im Gegenzug seit Monaten ihr Angebot auch auf legale Inhalte auszudehnen. Bisherige Angebote wurden von den Plattenlabels aber bis dato durchwegs abgelehnt.

Um das Konzept einem breiten Publikum zu kommunizieren, hat Sharman auch eine Print-Werbekampagne, die User zu legalem Download bekehren und auch die Industrie ansprechen soll, gestartet.

Laut Sharman soll die Werbung "ein Aufruf an die P2P-User sein, die Botschaft zu kommunizieren, dass sie bereit sind, einen fairen Preis für Filme, Musik und Spiele aus Tauschbörsen zu bezahlen".