Bollywood vertreibt Filme via KaZaA
Während die US-Filmindustrie noch nach einem "geeigneten Schutzmechanismus" für einen Filmvertrieb über das Internet sucht, will die indische Filmindustrie, die nach Produktionszahlen die größte der Welt ist, im nächsten Jahr mit der Tauschbörse
KaZaA als Partner im Netz durchstarten:
KaZaA-Betreiber Sharman Networks hat einen Vertriebsdeal mit IndiaFM.com, eine der größten indischen Film-Sites, geschlossen.
Der Vereinbarung ging der versuchsweise Vertrieb des Films "Supari" Anfang des Monats voraus, der für 2,99 USD einmal angesehen werden konnte.
Die indische Filmindustrie - auch "Bollywood" genannt - produziert jährlich rund 1.000 Spielfilme, die nicht nur in Indien, sondern teilweise auch im pazifischen und arabischen Raum extrem populär sind.
IndiaFM.comExil-Inder als Kunden
Der Vertrag zwischen IndiaFM.com und Sharman Networks ermöglicht es rund 35 indischen Filmproduzenten ihre Werke via KaZaA zu vertreiben. Als Zielgruppe werden dabei zunächst vor allem Inder im Exil - weltweit rund 20 Millionen Menschen - angepeilt.
Zunächst soll der neue Kanal durch das verstärkte Angebot von Promo-Material beworben werden, im Laufe des nächsten Jahres sollen dann ganze Filme aber auch die dazu gehörende Musik kostenpflichtig via KaZaA zu haben sein.
Unterdessen will aber auch die US-Konkurrenz demnächst im Netz durchstarten: "Wir wollen das Internet benützen", bekräftigte Jack Valenti, Geschäftsführer der Motion Picture Association of America [MPAA], Ende November in einem Interview.
Valenti rechnet damit, dass sich für den Vertrieb in Form von Downloads bzw. als Video-on-demand binnen eines Jahres ein geeigneter Schutzmechanismus finden werde.
Das System werde gerade in Zusammenarbeit mit Microsoft, Hewlett-Packard und mehreren Universitätsinstituten entwickelt.
Online-Filme kommen ab 2004KaZaA will regulärer Vertrieb werden
Gegen die populäre Tauschbörse KaZaA geht vor allem die Musikindustrie gerichtlich vor, weil sie das Netzwerk für rückläufige CD-Verkäufe verantwortlich macht.
Die Betreiber, Sharman Networks, versuchen im Gegenzug seit Monaten ihr Angebot auch auf legale Inhalte auszudehnen. Bisherige Angebote wurden von den Plattenlabels aber bis dato durchwegs abgelehnt.
Um das Konzept einem breiten Publikum zu kommunizieren, hat Sharman auch eine Print-Werbekampagne, die User zu legalem Download bekehren und auch die Industrie ansprechen soll, gestartet.
Laut Sharman soll die Werbung "ein Aufruf an die P2P-User sein, die Botschaft zu kommunizieren, dass sie bereit sind, einen fairen Preis für Filme, Musik und Spiele aus Tauschbörsen zu bezahlen".
In den Niederlanden ist die umstrittene Internet-Tauschbörse KaZaA unterdessen nach einem international beispiellosen Urteil des Obersten Gerichtshofs legal. Die Tauschbörse sei nicht für die Urheberrechtsverstöße verantwortlich, die die Kunden mit Hilfe des Tauschprogramms begingen, entschieden die obersten niederländischen Richter letzte Woche in Den Haag.
Kazaa in den Niederlanden legal
