Milliarden für Blackstones Börsengang
Der US-Groß-Investmentfonds Blackstone hat bei seinem Börsengang 4,1 Milliarden US-Dollar erzielt. Die US-Politik macht sich Sorgen wegen der chinesischen Beteiligung an dem Unternehmen.
Blackstone erlöste bei seinem Börsengang in New York gut 4,1 Milliarden Dollar [knapp 3,1 Mrd. Euro]. Bei Anlegern seien 133,3 Millionen Aktien oder 12,3 Prozent der Unternehmensanteile zum Ausgabekurs von 31 Dollar platziert worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Der Börsengang ist damit der größte an der New Yorker Börse seit fünf Jahren. Blackstone verkaufte die Aktien zu einem Preis am oberen Ende der zuvor angekündigten Preisspanne von 29 bis 31 Dollar. Nach Berichten in den US-Medien überstieg die Nachfrage nach den Anteilen des Investors das Angebot dennoch um das Sechs- bis Siebenfache. Blackstone kündigte als Option den Verkauf weiterer 20 Millionen Aktien an.
Acht Milliarden für Steve Schwarzman
Blackstone-Chef Steve Schwarzman wird nach der Teilplatzierung der Gesellschaft noch mit etwa 23 Prozent beteiligt sein. Seine Anteile sind damit annähernd acht Milliarden Dollar wert. Blackstone verwaltet Investitionsmittel von etwa 88 Milliarden Dollar und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar.
Die am Freitag an der Wall Street beginnende Notierung des Unternehmens stieß in der Politik auf Widerstand. So hatte der demokratische Senator Jim Webb Börsenaufsicht und Finanzministerium aufgefordert, den Börsengang wegen möglicher Auswirkungen auf die nationale Sicherheit in letzter Minute einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
Bedenken wegen chinesischer Beteiligung
Besonders die jüngste Milliardeninvestition der Volksrepublik China bei Blackstone könnte die Sicherheitserfordernisse der USA beeinträchtigen, da der Finanzinvestor etwa an Software-Zulieferern für die US-Armee beteiligt sei, argumentierte Webb.
Startkapital: 400.000 US-Dollar
Schwarzman bekommt ein Jahresgehalt von knapp 400 Millionen US-Dollar. Wie kürzlich aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorging, verdiente der Manager im abgelaufenen Geschäftsjahr 398,3 Millionen Dollar in bar.
Der andere Blackstone-Mitgründer Peter Peterson bekommt ein Jahresgehalt von knapp 213 Millionen Dollar. Schwarzman und Peterson gründeten Blackstone vor 22 Jahren mit einem Startkapital von 400.000 Dollar.
Blackstone und die Deutsche Telekom
Auch an der in unruhiges Fahrwasser geratenen Deutschen Telekom AG ist Blackstone mit 4,5 Prozent beteiligt. Ron Sommer, der ehemalige Chef der Deutschen Telekom, ist Berater des Investmentfonds.
Blackstone gilt als starker Treiber der von DT-Chef Rene Obermann derzeit betriebenen Outsourcing- und Rationalisierungsmaßnahmen, die das Unternehmen in einen der härtesten Arbeitskämpfe seiner Geschichte geführt haben. Blackstone soll auch im Einverständnis mit der deutschen Bundesregierung die Absetzung des alten DT-Chefs Kai-Uwe Ricke betrieben haben.
Die Deutsche Telekom [DT] und die Gewerkschaft ver.di haben sich am Mittwoch im Konflikt über die Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern nach mehr als fünf Wochen Streik auf Lohnkürzungen von 6,5 Prozent und einen Kündigungsschutz bis Ende 2012 geeinigt.
(dpa | futurezone)
