30.11.2003

SICHERHEIT

Handys sollen Virenschutz bekommen

Nachdem immer mehr Menschen mit ihrem Handy und PDA im Netz surfen bzw. Mails verschicken und empfangen, kommt erneut die Angst vor der Infektion durch Viren und Würmer auf.

Bis dato gibt es weltweit nur wenige gemeldete Fälle. Doch mit der fortschreitenden Standardisierung der eingesetzten Handy-Betriebssysteme erwarten die Handynetzbetreiber auch ein gesteigertes Interesse der Virenschreiber.

In Asien, mit seiner relativ hohen Dichte an Internet-fähigen Handys und schnellen Mobilfunk-Netzen, tritt das Problem erwartungsgemäß früher auf. Dort setzen die Handynetz-Betreiber wie der japanische Konzern NTT DoCoMo bereits auf spezielle Sicherheitssoftware für Handys und Server.

Attachments und Downloads

DoCoMo wurde bereits mit einer Art Dialer für Handys konfrontiert. Handybesitzer beschwerten sich über Nachrichten, die die Displays einfrieren ließen und automatisch den Polizei-Notruf wählten.

Die Gefahr durch Angriffe wird für UMTS-Netze als noch größer eingeschätzt, da mit der zunehmenden Geschwindigkeit mehr User Mails mit Attachments verschicken und herunterladen können. Viren mit Dialer-Funktion könnten beispielsweise die Netze überlasten und den dringend benötigten kommerziellen Erfolg der 3G-Netze gefährden.

Der Erfolg der neuen Mobilfunkgeneration soll in der verstärkten Nutzung des Internet liegen. Die Handynetzbetreiber suchen daher die mobile Nutzung des Internets stark zu propagieren, Angst vor Viren könnte dabei eher kontraproduktiv sein.

Derzeit noch kein OS-Standard

"Wenn sie einen Virus auf ihrem PC haben, rufen sie nicht Microsoft an. Handybesitzer rufen jedoch uns an, unsere Antwort muss daher sehr schnell sein. Wir haben ein Filtersystem auf unseren Servern, wir wollen jedoch auch eines auf den Handys", so ein Sprecher von DoCoMo.

Der Betreiber hat dazu im Oktober eine Vereinbarung mit der Sicherheitsfirma Network Associates über die Entwicklung eines Anti-Viren-Programms für Handys abgeschlossen. Die Firmen hoffen, das Programm bis Ende 2004 einführen zu können.

Derzeit sind die meisten auf Handys eingesetzten Betriebssysteme von den einzelnen Mobilfunkbetreibern noch individuell angepasst. Damit ist die Zahl jener, die dieselbe Plattform benutzen, derzeit noch relativ gering im Vergleich zu der Verbreitung des Internet Explorers oder Outlook.