Handys bekommen Update-Funktion
Der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo will mit einer radikalen Maßnahme die zunehmende Fülle an Software-Bugs bei Handys in den Griff bekommen.
Im nächsten Jahr soll ein System in Betrieb genommen werden, das Updates und Patches direkt über das Mobilfunknetz in die Handys einspielen soll.
Alle Mobiltelefone, die NTT in diesem Jahr auf den Markt gebracht hat, sind bereits für das neue System vorbereitet.
Neben NTT DoCoMo plant auch der zweitgrößten japanischen Mobilfunkbetreiber KDDI die Einführung dieser Update-Funktion.
Kaum ein Entkommen möglich
Egal ob Geschirrspüler, Auto, Waschmaschine oder Handy - streikt
ein Gerät, liegt es immer öfter an einem Fehler in der Software. Da
heutzutage die meisten Dinge über eine Software betrieben werden,
wird es immer schwerer, den auftretenden Fehlern zu entkommen.
Software ist häufigste FehlerquellePatch kommt direkt auf das Handy
Obwohl die Situation noch lange nicht so ernst wie etwa bei Computer-Betriebssystemen oder Anwendungssoftware ist, steigt die Zahl der auftretenden Fehler bei Handys rapide an.
Zudem ist das Einspielen der nötigen Patches derzeit noch wesentlich komplizierter als bei Computern.
Entweder muss der betroffene Kunde zum Updaten einen offiziellen Händler aufsuchen oder einige Tage auf sein Handy verzichten und das Gerät zur Reparatur einschicken.
Ab 2004 soll jeder Kunde die Probleme ganz einfach selbst beheben können. Dabei werden die Patches direkt über das Mobilfunknetz an das defekte Gerät geschickt.
Folgt der Besitzer den Anweisungen am Display und bestätigt den Download, wird das Leck so automatisch geschlossen.
Lösungen von DoOnGo und Bitfone
Verschieden Unternehmen wie die US-Firmen DoOnGo Technologies und
Bitfone arbeiten an Handy-Update-Systemen. DoOnGo wird dabei von NTT
finanziert und kommt bereits bei NEC und Panasonic zum Einsatz.
Marktführer Nokia und Motorola finanzieren indes die Lösung von
Bitfone.
DoOnGo
BitfoneKeine Patch-Lawinen
Schon jetzt wenden die Handyhersteller viel Zeit zur frühzeitigen Erkennung von Fehlfunktionen der Handy-Software auf.
Doch gerade mit der ständigen Ausweitung des Funktionsumfangs der Engeräte, werden diese auch immer fehleranfälliger. Das neue Update-System soll dem entgegenwirken und die Handys zudem für weitere Funktionen nachrüstbar machen.
Die Mobilfunker setzen dabei jedoch alles daran, Patch-Lawinen wie von Software-Herstellern wie Microsoft bekannt zu vermeiden, um den Kunden nicht zu verwirren.
"Auch nach Einführung des neuen Systems werden wir alles daransetzen, Defekte schon im Vorfeld zu verhindern", so ein NTT-Mitarbeiter.
Häufigste Fehlerquelle: Software-Abstürze
Der Mängelreport der Zeitschrift "Connect", für den über 20.000
Leser befragt wurden, ergab, dass jedes fünfte Handy im Laufe der
ersten zwei Jahre den Dienst versagt. Fast die Hälfte der Ausfälle
war dabei auf Software-Fehler zurückzuführen.
Handys immer anfälliger für Reparaturen
