19.09.2003

AUTO-KORREKTUR

Handys bekommen Update-Funktion

Der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo will mit einer radikalen Maßnahme die zunehmende Fülle an Software-Bugs bei Handys in den Griff bekommen.

Im nächsten Jahr soll ein System in Betrieb genommen werden, das Updates und Patches direkt über das Mobilfunknetz in die Handys einspielen soll.

Alle Mobiltelefone, die NTT in diesem Jahr auf den Markt gebracht hat, sind bereits für das neue System vorbereitet.

Neben NTT DoCoMo plant auch der zweitgrößten japanischen Mobilfunkbetreiber KDDI die Einführung dieser Update-Funktion.

Patch kommt direkt auf das Handy

Obwohl die Situation noch lange nicht so ernst wie etwa bei Computer-Betriebssystemen oder Anwendungssoftware ist, steigt die Zahl der auftretenden Fehler bei Handys rapide an.

Zudem ist das Einspielen der nötigen Patches derzeit noch wesentlich komplizierter als bei Computern.

Entweder muss der betroffene Kunde zum Updaten einen offiziellen Händler aufsuchen oder einige Tage auf sein Handy verzichten und das Gerät zur Reparatur einschicken.

Ab 2004 soll jeder Kunde die Probleme ganz einfach selbst beheben können. Dabei werden die Patches direkt über das Mobilfunknetz an das defekte Gerät geschickt.

Folgt der Besitzer den Anweisungen am Display und bestätigt den Download, wird das Leck so automatisch geschlossen.

Keine Patch-Lawinen

Schon jetzt wenden die Handyhersteller viel Zeit zur frühzeitigen Erkennung von Fehlfunktionen der Handy-Software auf.

Doch gerade mit der ständigen Ausweitung des Funktionsumfangs der Engeräte, werden diese auch immer fehleranfälliger. Das neue Update-System soll dem entgegenwirken und die Handys zudem für weitere Funktionen nachrüstbar machen.

Die Mobilfunker setzen dabei jedoch alles daran, Patch-Lawinen wie von Software-Herstellern wie Microsoft bekannt zu vermeiden, um den Kunden nicht zu verwirren.

"Auch nach Einführung des neuen Systems werden wir alles daransetzen, Defekte schon im Vorfeld zu verhindern", so ein NTT-Mitarbeiter.