19.11.2003

BETRIEBSSYSTEM

Brasilien setzt auf Open Source

Brasilien will verstärkt auf Open Source setzen. Der neu ernannte Chef des nationalen IT-Institutes ITI, Sergio Amadeu, will alle Regierungsstellen ermutigen, auf Linux umzusteigen.

"Wir haben im Bereich der Bundesregierung einige Open-Source-Inseln. Wir wollen aber einen ganzen Kontinent schaffen", sagte Amadeu. Demnächst sollen die mehr als 400.000 elektronischen Wahlmaschinen auf Open Source umgestellt werden.

Bisher setzen nur zwei kleinere Regierungsstellen, Amadeus ITI und die staatliche Nachrichtenagentur, auf Open Source. Kürzlich hat das lateinamerikanische Land jedoch eine Absichtserklärung mit IBM unterzeichnet, wodurch der Einsatz von Plattformen wie Linux durch Regierungsstellen gefördert werden soll.

Amadeu: Ökonomisch sinnvoll

In diesem Kontext Softwarelizenzen an Unternehmen wie Microsoft zu zahlen, sei ökonomisch untragbar, wenn es gleichzeitig Anwendungen gebe, die unter Linux laufen und wesentlich billiger seien, betont der ehemalige Wirtschaftsprofessor.

Brasiliens möglicher Schritt weg von Windows könnte Beispielwirkung für andere lateinamerikanische Länder haben, um ihre IT-Kosten zu reduzieren, so der brasilianische IBM-Manager Vania Curiati.

Ein Hinwenden zu Linux wäre für Microsoft ein nicht unerheblicher Verlust. Microsoft habe im abgelaufenen Jahr zwischen sechs und zehn Prozent seines in Brasilien erzielten Umsatzes mit Regierungsaufträgen gemacht, so der lokale Microsoft-Manager Luiz Moncau.