Iris-Erkennung aus der Ferne
Die CIA will ihre Biometrie-Methoden verfeinern und arbeitet an einer Technologie, die beispielsweise Iris-Erkennung aus der Ferne erlaubt.
Damit sollen Personen in einer Menschenmenge identifiziert werden. Derzeit wird noch Gesichtserkennung verwendet, die aber die nötige Genauigkeit vermissen lässt. "Unterschiede in simplen Faktoren wie Ausleuchtung und Gesichtsausdruck verhindern oft die Identifizierung über diese Methode", so Andrew Kirby, Chefwissenschaftler am "Intelligence Technology and Innovation Center" der CIA.
"Diese Unterschiede sind derart signifikant, dass mein eigenes Foto, aufgenommen an zwei verschiedenen Orten, schwieriger abzugleichen ist als mit irgendjemand Beliebigem aus der Menge", erläuterte Kirby anlässlich eines Biometrie-Forums weiter.
Er hatte vor zwei Jahren ein Programm ins Leben gerufen, das die Gesichtserkennungstechnologie um den Faktor zehn verbessern soll.
Iris-Erkennung aus der Ferne
Dazu soll auch die Iris-Erkennung aus der Ferne zum Einsatz
kommen. Derzeit benötigt diese Methode der Biometrie ein
"kooperatives Subjekt", das vor einem Scanner stehen und das Auge
richtig positionieren muss.
US-Bürger schätzen Überwachung nichtBekämpfung des Terrorismus
"Wir versuchen nun, das aus der Ferne hinzubekommen", sagt Kirby. "Es ist eines der Kernziele unseres Programms."
Die neuen Biometrietechnologien sollen - wenig überraschend - der Bekämpfung von Terrorismus dienen. Derzeit verwendet die US-Armee Biometrie beispielsweise extensiv im Gefangenenlager Guantanamo. Die Biometriedaten sollen verwendet werden, um die Menschen wieder zu identifizieren, wenn sie entlassen werden und versuchen sollten, wieder in die USA einzureisen.
Biometrie soll später in größerem Stil verwendet werden, um beispielsweise lokale Arbeiter in Militärbasen im Ausland zu identifizieren. Falls jemand gefeuert wird, soll er nicht unter falscher Identität in ein anderes Militärgelände kommen, so die CIA-Fantasien.
"Wie ein Bluthund"
Das Ziel sei jedenfalls, den USA durch Kombination mehrerer Biometrie-Technologien die "Möglichkeit zu geben, Identifikationen aus der Ferne und akkurat durchzuführen", so John Woodward, Chef der Biometrieabteilung des Pentagons. Tony Frudakis, Chefwissenschaftler bei DNAPrint Genomics, assistiert: "In zehn Jahren existieren tragbare Geräte, welche die Präsenz einer bestimmten Person wie ein Bluthund erkennen und verfolgen."
Der Weltmarkt für Gesichtserkennung beträgt derzeit 21,5 Millionen USD. Im Jahr 2009 soll er auf 792 Millionen gewachsen sein.
