Mercedes holt weniger Elektronik ins Auto
Der Auto-Hersteller Mercedes-Benz will künftig nicht mehr jede elektronische Neuerung sofort in die Serienproduktion übernehmen.
Auf diese Weise will der Autohersteller die zunehmenden Schwierigkeiten mit elektronischen Bauteilen in den Griff bekommen, erklärte der Chef der Mercedes Car Group, Jürgen Hubbert, der "Automobilwoche".
Eine spezielle Arbeitsgruppe versuche derzeit die Elektronikprobleme der im März 2002 eingeführten E-Klasse zu lösen.
Elektronik verursacht Hälfte der Pannen
Die immer komplexere Software in Autos ist Pannenursache Nummer
eins: Fehler in der Elektronik seien inzwischen für 55 Prozent der
Ausfälle verantwortlich, räumten Automobilhersteller bei der
Fachtagung Informatik 2003 ein. Hauptursache sei das mangelnde
Zusammenspiel zwischen Systemen verschiedener Zulieferer.
Software legt immer mehr Autos lahmInternet für das Auto kann warten
Künftig werde sich Mercedes darauf konzentrieren, "das Auto in seinem ganzen Funktionsumfang für unsere Kunden sicherer und effizienter und dabei einfacher bedienbar zu machen", sagte Hubbert.
Daher werde man künftig "sorgfältig überlegen, ob jedes zusätzliche oder interessante Feature, etwa auf dem Gebiet der Telematik, dem Kunden wirklich nutzt".
Mercedes werde sicher nicht der Erste sein, der das Internet ins Auto bringe.
Computercrash bei BMW
Im Mai dieses Jahres verzeichnete Konkurrent BMW eine besonders
peinliche Panne. Nachdem ein Crash des Autocomputers sämtliche
Funktionen lahm gelegt hatte, musste der thailändische
Finanzminister mit Vorschlaghammern aus seinem Auto befreit werden.
BMW nimmt Minister in "Schwitzkasten"Gespräche mit IBM, Microsoft
Das Hauptproblem sei das Zusammenspiel verschiedener elektronischer Systeme, das Fehlfunktionen auslösen könne, betonte Hubbert: "Dann fällt zum Beispiel das Display eines Navigationssystems aus, oder die Sitzheizung schaltet sich unvermittelt ein."
Solche Fehlfunktionen träten zwar nur sporadisch auf, seien aber inzwischen ein Thema der gesamten Branche.
Es gebe deshalb auch Gespräche mit IBM, Microsoft und anderen Computerunternehmen, die Betriebssysteme anböten. Doch im Moment könne niemand eine schnelle Lösung liefern.
