Virtueller Java-Globus der NASA

12.05.2007

Das World Wind Java SDK steht ab sofort zum Download bereit. Damit können Programmierer den virtuellen Globus der NASA in eigene Anwendungen integrieren. Wissenschaftler nutzen World Wind jetzt auch dazu, Daten als Landschaften zu präsentieren.

Die US-Weltraumbehörde [NASA] hat am Freitag das Java-SDK ihres virtuellen Globus World Wind vorgestellt. Mit dem SDK können Entwickler den Globus in ihre eigenen Anwendungen integrieren. Die entsprechende Dokumentation der Programmierschnittstellen will die NASA in Kürze veröffentlichen.

Auf der NASA-Website steht bereits eine 5 MB große Demo des Java-Globus zum Download bereit. Bisher war World Wind nur als Windows-Anwendung verfügbar gewesen. World Wind ist Open Source und untersteht dem NASA Open Source Agreement.

World Wind an der TU Graz

Das österreichische Projekt IDIOM [Information Diffusion Across Interactive Online Media] nutzt das NASA-Programm zur Darstellung von Wissenslandkarten. "Wir haben auf der Basis von World Wind einen ersten Prototyp unseres 'Wissensplaneten' erstellt", sagt Projektleiter Arno Scharl von der TU Graz.

Im Rahmen von IDIOM sollen virtuelle Globen wie World Wind auch zur Visualisierung von Daten genutzt werden, die gar nichts mit Geoinformationen zu tun haben. Virtuelle Landschaften sollen abstrakte Daten intuitiv begreifbar machen. So können hohe Werte in Statistiken als Berge, niedrige Werte als Täler dargestellt werden.

Die dreidimensionale Darstellung ermöglicht es nun, die Daten im Raum anzuordnen, zum Beispiel nach politischen Präferenzen. So nutzten die Geographen Michael Hermann und Heiri Leuthold von der ETH Zürich 2003 die neuen Visualisierungstechniken dazu, politische Landschaften der Schweiz zu zeichnen, in denen etwa die Himmelsrichtungen durch politische Präferenzen ersetzt wurden - damals freilich noch ohne Zuhilfenahme virtueller Globen.

Anwendungsbeispiele und Grundlagen der neuen "Mashups" von statistischen Daten und virtuellen Globen finden sich auch in dem neuen von Arno Scharl mit herausgegebenen Buch "The Geospatial Web".