08.10.2003

FUSION

General Electric kauft Vivendi-Unterhaltung

Nach monatelangem Ringen ist der Verkauf der Vivendi-Universal Unterhaltungssparte an den US-Mischkonzern General Electric [GE] perfekt.

Der französische Medienriese Vivendi und GE haben eine definitive Kaufvereinbarung für Vivendi Universal Entertainment [VUE] getroffen. Die US-Vivendi-Unterhaltungssparte wird mit der GE-Fernsehtochter NBC zu NBC Universal fusioniert.

Damit entsteht einer der weltgrößten und profitabelsten Medienkonzerne mit einem Umsatz von mehr als 13 Milliarden USD [elf Mrd. Euro].

Die Fusion muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Sie soll in der ersten Hälfte 2004 über die Bühne gehen.

GE hält 80 Prozent, 20 Prozent bleiben VUE

Die verkaufte Vivendi-Unterhaltung hat nach Branchenschätzungen einen Vermögenswert von rund 14 Milliarden USD. Der gesamte Marktwert von NBC Universal wurde von den beiden Unternehmen auf 43 Milliarden USD beziffert.

GE hält 80 Prozent an der neuen Gesellschaft, die VUE-Aktionäre 20 Prozent.

Firmenchef von NBC Universal wird der langjährige NBC-Spitzenmanager Bob Wright.

Die VUE-Aktionäre werden 3,8 Milliarden USD erhalten, wovon auf Vivendi Universal mit seiner 86-prozentigen VUE-Beteiligung rund 3,3 Milliarden USD entfallen. NBC Universal wird auch 1,7 Milliarden USD Schulden übernehmen.

Die beiden Unternehmen

Zu NBC Universal gehören das gewinnstärkste US-Fernsehnetz NBC mit mehr als sieben Milliarden USD Umsatz. NBC verfügt auch über 14 große Fernsehstationen.

Die TV-Produktionsfirmen NBC Studios und Universal Television produzieren Hit-Shows wie "Law Order" und haben eine Programmbibliothek mit mehr als 32.000 Titeln. Hinzu kommen führende Kabelfernsehkanäle wie USA Network, Sci-Fi Channel, Bravo, Trio, CNBC sowie MSNBC, ein Joint Venture mit Microsoft, sowie das spanischsprachige amerikanische TV-Netz Telemundo.

Universal Pictures ist ein führendes Hollywood-Studio mit aktuellen Kassenschlagern wie "Bruce Almighty" und "Seabiscuit". Es verfügt über eine Filmbibliothek von mehr als 5.000 Filmen. NBC macht mit Universal Pictures seinen ersten Vorstoß ins riskante Hollywood-Geschäft.

Es kommen Beteiligungen an fünf Freizeitparks hinzu, die nach Meinung von Fachleuten bei besserer Geschäftslage verkauft werden könnten. Vivendi Universal behält die weltgrößte Musikfirma Universal Music selbst.