Time Warner wird AOL los
Der Medien- und Online-Konzern AOL Time Warner streicht das "AOL" aus seinem Firmennamen.
Der Vorstand des Medienkonzerns stimmte am Donnerstag erwartungsgemäß der Namensänderung zu und gestand damit auch das Scheitern der größten Fusion in der US-Geschichte ein.
"Wir glauben, unser neuer Name gibt unser Geschäftsportfolio besser wieder und setzt der Verwirrung zwischen unserem Firmennamen und der Marke America Online ein Ende", erklärte CEO Richard Parsons.
"Alle unsere Geschäftszweige - von America Online, Warner Bros. Entertainment, New Line Cinema, TBS und CNN über Time Warner Cable, HBO, Time Inc., The WB und Warner Music Group - steuern zum Erfolg des ganzen Unternehmens Wichtiges bei", so Parsons weiter.
Offizielle Bekanntgabe des NamenswechselsDot.com-Blase geplatzt
Der Zusammenschluss des Online-Dienstes AOL mit dem Medienunternehmen Time Warner wurde am 10. Jänner 2000 bekannt gegeben und galt als Symbol für die Verschmelzung der "alten" mit den "neuen" Medien.
Die Übernahme für 112 Milliarden USD [101 Mrd. Euro] erfolgte mit Hilfe eines aufgeblähten AOL-Aktienkurses auf dem Höhepunkt der Internet-Spekulationswelle.
Damals waren es die AOL-Aktionäre, welche die Mehrheit am gemeinsamen Unternehmen hielten, und AOL-Gründer Steve Case stand an der Spitze des Konzerns.
Seither hat das Unternehmen vor allem wegen der Probleme von AOL massiv an Wert verloren.
Nachdem die Erwartungen der Elefantenhochzeit nicht erfüllt wurden, übernahm Time-Warner-Chef Parsons im Jänner 2003 den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden und Großaktionär Case wurde zum Vorstandsmitglied bei AOL Time Warner degradiert.
Der Rücktritt von Case symbolisierte die endgültige Demontage der Manager-Stars aus der Dot.com-Ära, mit der auch eine Beerdigung der entsprechenden "Internet-Visionen" einherging.
Der letzte Dot.com-Star tritt abDer Namenswechsel soll in den nächsten Wochen vollzogen werden. Neben dem Logo und den Werbeanzeigen soll auch das Aktiensymbol von "AOL" wieder in "TWX" umgewandelt werden.
