Thomson bestätigt Angebot für Reuters
Übernahme für 13 Milliarden Euro möglich
Reuters und die kanadische Thomson-Gruppe wollen sich zum weltweiten Marktführer für Finanzdaten und Nachrichten zusammenschließen.
Thomson biete für den 1851 gegründeten britischen Konzern umgerechnet 13 Milliarden Euro, teilten die Unternehmen am Dienstag gemeinsam mit.
Gespräche noch nicht abgeschlossen
Die Übernahmegespräche seien aber noch nicht abgeschlossen, eine Einigung damit nicht sicher.
Die neue Gruppe soll Thomson-Reuters heißen. Das Kerngeschäft mit Finanzdaten und Nachrichten für Investoren und Medien soll unter der Marke Reuters geführt werden. Thomson wolle die für Reuters zentralen Grundsätze wie Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Integrität übernehmen.
Den fusionierten Konzern soll Reuters-Chef Tom Glocer führen. Thomson-Chef Richard Harrington würde nach Abschluss der Transaktion und Erhalt der erforderlichen Genehmigungen abtreten.
Mit der Übernahme von Reuters würde Thomson allein im Geschäft mit Marktdaten für Finanzprofis weltweit zur Nummer eins vor der US-amerikanischen, nicht an der Börse notierten Agentur Bloomberg.
Das Volumen für diesen Markt wird von Branchenexperten auf jährlich gut neun Milliarden Euro geschätzt. Thomson käme dann laut der Agentur Inside Market Data auf 34 Prozent Anteil von derzeit elf Prozent, Bloomberg auf 33 Prozent.
Reuters mit knapp 17.000 Beschäftigten erzielt rund 90 Prozent seiner Erlöse mit dem Verkauf von Daten und Nachrichten an Finanzhäuser, Medien und Firmen. Nach Jahren der Krise ist Reuters zuletzt auf Wachstumskurs zurückgekehrt. 2006 stiegen die Umsätze um 6,5 Prozent auf umgerechnet 3,8 Milliarden Euro.
(Reuters)
